Our Roots began in Africa

Our Roots began in Africa – Zeit etwas aufzuarbeiten, Zeit etwas gutzumachen, Zeit zu vergessen? Ich sehe den Film I am not a negro, „eine schonungslose Abhandlung über den Rassismus in den USA, erzählt ausschließlich mit den Worten Baldwins am Beispiel von Martin Luther King Jr., Medgar Evers (Mitglied der NAACP) und Malcolm X, die alle drei ermordet wurden.“

Und erinnere mich, die Zeit, da wir in Süd-Afrika lebten, da wir von dem nichts mitbekamen, wir lebten im Land der Apartheid, ohne wissen zu wollen, dass wir, die Weißen, privilegiert waren, und sie, die Schwarzen, nur der Film im Hintergrund mit der Besonderheit, der Andersartigkeit, dem Archaischen, dem Exaltierten, dem Exotischen – wir sahen uns den Film an in verschiedenen Ausführungen, einmal fuhren wir in die Homelands, und Vater, naiv, hielt überall seine Super 8 Kamera drauf. Ein anderes Mal fuhren wir, ein Sonntag, mit einem österreichischen Ehepaar zu einem der Zulu-Tanzaufführungen, ich erinnere Staub und spitzen Schweißgeruch, an einem Sonntag im Staub der Tänzer, Vater filmte es.

Noch heute sehe ich die Filme und bewundere die akrobatischen Leistungen der muskelfeisten Körper springend, stampfend, trommelnd tanzend …

Against Racism Again and Again

Gottesdienst im Freien

ein anderes Mal stehen wir auf einem Hügel, blicken in eine Bucht, dort ein Gottesdienst, die Frauen in hellblauen Schürzen und weißen Kopfbedeckungen, die Männer in weißen Anzügen, im Gegensatz zu unseren Gottesdiensten dort alles in Bewegung, zu einem imaginären Zentrum hin, vom Zentrum weg, ein Tanzritual als körperliche Antwort auf den Geist Gottes, wir stehen auf Distanz und staunen: „Das sind Rituale, von denen wir nichts verstehen – komm, lass uns gehen.“ Vater hatte auch das auf Super 8 gefilmt.

Johannesburg Station

Einmal fährt er an den Bahnhof von Johannesburg, nicht auf die weiße, auf die schwarze Seite und filmt auch das – bis ihm einer unmissverständlich mit der Faust droht – unverblümt hält Vater als Weißer seine Kamera auf Schwarze, die einen Bahnhof betreten, ihn verlassen. Höre Mutter rufen, lass das, merkst du nicht, wie du ihn reizt. Ja, ihn reizt, wie man Löwen oder Elefanten reizt – die Begriffswelt für die dort am Rand des Unsagbaren, im Vergleich nicht Menschlicher, im Ton der Überheblichkeit, der Angst und Fehleinschätzung.

Victoriasee

Was ich als Kind nicht verstand, als wir schon zwei Jahre in Deutschland lebten, erhielt ich von einem Freund den Hinweis, im Land der Apartheid gelebt zu haben. Du warst in Süd-Afrika? Da, wo die Apartheid ist? Ich stritt es vehement ab, vierzehn Jahre alt. Ich hielt es nicht für möglich, im Land der Apartheid, dem Land der Apartheid schlechthin gelebt zu haben.

Durban

Einmal filmt Vater einen Mann, wie er mit Gartenschere den englischen Rasen schneidet. Im Hintergrund siehst du die Grenzmauern zum Reichtum der Inhaber, vor der Mauer schert er den Rasen mit Gartenschere. Der diese Arbeit befiehlt, ist unsichtbar verschanzt hinter Mauern

Berlinchen

Ob ich auch positive Kontakte hatte mit Schwarzen, werde ich gefragt.

Kap Canaveral

„Was haben die Negros nur, warum seid ihr nicht optimistisch, es wird doch alles besser, es gibt schwarze Bürgermeister, Negros sind in allen Sportarten vertreten, sind in der Politik, und als allerhöchste Auszeichnung erscheinen sie jetzt sogar in der Fernsehwerbung.“ Lautes Gelächter. Auch Baldwin lacht … (wohl weniger geschmeichelt als pikiert) Ich bin froh, dass sie lächeln, sagt der Moderator. Wird es gleichzeitig besser und bleibt doch hoffnungslos? Pessimismus dunkel, Hoffnung hell.

South African Musicians

South African Jazz 2020

Yosef Gutman Levitt


Tefo Mahola

Linda Sikhakhane

Ndabo Zulu

Asher Gamedze

Sibusile Xaba

Sisonke Xonti

Bokani Dyer

Nduduzo Makhathini

Süddeutsche Zeitung : von Andrian Kreye Eine unerklärliche Vertrautheit – Die Hochspannung, die der Pianist Nduduzo Makhathini erzeugt, kann jeden aus seinem Kaninchenbau in die Wirklichkeit zurückreißen.

The Plague of Racism

James Baldwin und die Hoffnung.

Antwortet Baldwin: „Ich glaube wirklich nicht, dass Hoffnung besteht, solange man weiter solche Formulierungen benutzt. Es geht nicht darum, was hier mit den Schwarzen (to the Negros, to the Black Man) geschieht. Das ist eine brennende Frage für mich. Noch mal: Es geht vielmehr darum, was mit diesem Land geschieht. (Ich hab das mehrfach wiederholt.)“

Our Roots began in Africa – Zoë Modiga – Inganekwane

Wow. Was ein Feature: A Review vom 05.09„I’ve been plagued with the questions surrounding identity, what it means to be a woman, what it means to be black, what it means to be a storyteller …“

Der Titel „Our Roots began in Africa“ ist von Pharoah Sanders aus dem Jahr 1996.

Tony Allen & Hugh Masekela

Gerne verlinke ich auch auf meine Berlin Abteilung A-Z. Eine alphabetische Aufstellung vieler Musikerinnen und Musiker aus Berlin. Sicher nicht vollständig, ein Anfang aber ist gemacht.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner