Xhosa Cole K(no)w them, k(no)w us

Xhosa Cole K(no)w them, k(no)w us

2021 – Jazz Albums Review UK

Xhosa Cole: Saxophone Flute; Jay Phelps: trumpet; James Owston: bass; James Bashford: drums
with special guests Soweto Kinch – Saxophone (6, 7) Reuben James – Piano (3, 6, 7)

2018 Winner des BBC Young Musicians of the Year. Sein Debut folgt 2021, drei Jahre später. Der Aufnahme Know Them, Know us ist ein Reifeprozess anzumerken, ein gleich ins Ohr springendes Kalkül für eine Musik, die noch immer zeitlos ist, und je häufiger an sie erinnert wird, umso zeitloser wird – ein Be und Hard wie Cool Bop, der noch mit eigenem Zuspiel fungiert, da darf ein Ton auch verrutschen und wird gleich zur eigenen Note und unterstreicht, dass da jemand einer eigenen Spur folgt.

Zu hören sind Standards aus dem Great American Songbook, von Woody Shaw „Zoltan“, von Ornette Coleman „Blues Connotation“, von Thelonious Monk’s „Played Twice“, von Tadd Dameron „On a Misty Day“, von Lee Morgan „Untitled Boogaloo“. Das Stück „Manhattan“ wird Rodgers and Hart zugeschrieben (1929), „What’s New“ Haggart und Burke. Die Aufnahme selbst tritt phasenweise impulsiv und kraftvoll auf, Die Zeitschrift Jazzwize hebt das Album schon jetzt kurzerhand in die Liste der besten Alben des Jahres.

Es beginnt mit „Zoltan“ von Woody Shaw – ein Trommelwirbel, der in einen leichtfüßigen Marsch übergeht, klassischer Opener mit Schwung – und verspielt. Eine Ironie auf den Marsch seiner Zeit? Der Drive ist gleich so mitreißend, das kannst du gern überdenken im ruhigeren „Blues Connotation“ von Ornette Coleman. „Manhattan“ wird zur Ballade umgestellt. Played Twice, wie kaum anders zu erwarten bei einem Monk-Stück, nimmt wieder Fahrt auf und lässt das technische Vermögen aller noch einmal aufblitzen im mehrstimmigen Orkan.

„On a Misty Day“ von Tadd Cameron ist quasi fast schon werkgetreu umgesetzt. In Lee Morgans „Untitled Boogaloo“ dagegen werden die kommenden Live-Sessions antizipiert, das lässt erahnen, was für ein mächtiger Bühnenauftritt das werden kann zwischen all dem die Standards interpretieren, die Traditionen vermitteln und die eigenen Neubewertungen dem entgegenstellen. Xhosa Cole ist dabei keine 23 Jahre jung und schon so auf der Höhe der alten Meister – das muss dir erstmal gelingen.

K(no)w Them, K(no)w Us takes its inspiration from words by the great Dizzy Gillespie about Louis Armstrong – ‘no him, no me.’ 

Hat natürlich in unseren Breiten kaum jemand mitbekommen, geschweige rezipiert. Diese große Kunst. Von der Insel, aus Birmingham. Kann sein, dass man hierzulande gern so tut, als müsste alles so neu klingen, dass es kaum jemand versteht. Kann auch sein, dass es hierzulande kaum mehr Promotion gibt für Cool- Hard- oder Bebop – das sei alles sehr alte Schule – kann auch sein, Fragezeichen, dass hierzulande kaum jemand mehr will oder kann, was in den Staaten, oder wie hier in Birmingham UK zum guten Ton gehört. Und es deswegen heißt: schau doch nochmal, was auf der Insel so los ist, oder in Übersee.

One From Xhosa Cole and Mark Sanders Ibeji Duo
A „What is Blues“ Lesson
Xhosa Cole
Jazz 1080 – The Xhosa Cole Quintet

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Hörbeispiele der interpretierten Stücke aus dem Repertoire des American Songbooks:

Zoltan (Rudy Van Gelder 24Bit Mastering/Digital Remaster/1998)
Blues Connotation (Remastered)
Played Twice (Live) (Lincoln Center)
On a Misty Night

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Referenzen

Website Xhosa Cole

Eddie Myer on Jazzwize : „This is one of the most exciting releases of the year, brimming with potential.“

Begeisterung bei Mike Collins von jazzyblogman und bei Ian Mann auf Jazzman

Label: Stoney Lane Records (“Some of the best contemporary British jazz from outside London.” – London Jazz News)

Xhosa Cole – den Namen wirst du dir merken müssen, bei dem Potential

Untitled Boogaloo
I’ll Take Manhattan 1929 song from Rodgers and Hart
What’s new – Author: B. Haggart Composer: B. Haggart Author: J. Burke Composer: J. Burke

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Gerne verlinke ich auch auf meine Berlin Abteilung A-Z. Eine alphabetische Aufstellung vieler Musikerinnen und Musiker aus Berlin. Sicher nicht vollständig, ein Anfang aber ist gemacht.

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