2025-11-23 @Zig Zag 21:00
Petros Klampanis – bass
Kristjan Randalu – piano
Ziv Ravitz – drums
Das Album Latent Info ist thematisch ein Tribut an das „Latente“ – das Verborgene, das oft übersehen wird. In den musikalischen Dialogen entstehen Soundlandschaften, in denen leise Calypso-Rhythmen, träumerische Elegien und synkopierte Strukturen aufeinandertreffen. Durch die Entscheidung, das Trio gemeinsam in einem Raum aufzunehmen, fängt Klampanis bewusst die subtilen Zwischenklänge ein – das Atmen, die Pausen, das Raunen – und macht damit den Subtext zum hörbaren Teil seiner Komposition. Wolkenstein Musikmanagement
Randalu bringt mit seinem Spiel eine geradezu vokale Sensibilität ins Album – jedes Piano-Statement wirkt bedeutsam, jede Note hat Gewicht. Ravitz wiederum steuert mit sparsam gesetzten, atmosphärischen Akzenten eine rhythmische Tiefe, die das Trio fest im Moment verwurzelt. Insgesamt strahlt „Latent Info“ eine poetische Gelassenheit aus und lädt zum genauen Zuhören ein – eine musikalische Erinnerung daran, dass das, was unausgesprochen bleibt, oft am stärksten wirkt. PKmusik @bandcamp
petrosklampanis
randalu
Ziv_Ravitz

von Petros Klampanis, Kristjan Randalu, Ziv Ravitz


Petros Klampanis
Petros Klampanis ist ein griechischer Jazz-Bassist, Komponist und Produzent, der in seinen Werken häufig traditionelle Musik Griechenlands mit modernen Jazz-Elementen verbindet. Seine Alben Tora Collective und Rooftop Stories zeigen eindrucksvoll, wie er musikalische Traditionen neu interpretiert und dabei eine sehr persönliche künstlerische Handschrift entwickelt.
In Tora Collective (2023) versammelt Klampanis ein Ensemble aus Stimmen, Instrumenten und Kulturen, um griechische Volksmusik neu zu denken. Neben ihm selbst am Bass sind u. a. Areti Ketime (Gesang), Thomas Konstantinou (Oud, Laouto), Giorgos Kotsinis (Klarinette), Kristjan Randalu (Klavier) und Ziv Ravitz (Schlagzeug, Elektronik) vertreten. Die Stücke stammen teils aus dem traditionellen griechischen Repertoire (Xehorismata, Sibethera), teils sind es Eigenkompositionen (Disoriented, South By Southeast), die im Spannungsfeld zwischen kulturellem Erbe und zeitgenössischem Jazz eine Brücke schlagen. Durch den sensiblen Einsatz von Elektronik, Improvisation und die Stimme von Areti Ketime gelingt es dem Album, alte Melodien mit neuer Leichtigkeit zu beleben. Kritiker loben Tora Collective als faszinierende Synthese, die nicht nur respektvoll mit der Vergangenheit umgeht, sondern auch visionär in die Zukunft blickt. Petros Klampanis @bandcamp
Rooftop Stories (erschienen 2021) ist ein ganz anderes, sehr intimes Projekt: Klampanis spielt vorwiegend solo auf dem Kontrabass, wobei er auch Gesang, Percussion oder elektronische Loops einsetzt. Entstanden während der Pandemie auf einem Dach in Athen, reflektiert das Album persönliche Momente, introspektive Stimmungen und eine gewisse Zurückgezogenheit. Die Stücke reichen von Jazz-Standards über griechische Volkslieder bis zu eigenen Kompositionen – immer getragen von Randalus Wärme, seinem feinen Timing und einer bemerkenswerten Klangvielfalt. Kritiker und Fans schätzen den unaufdringlichen, meditativen Charakter des Albums, in dem Klampanis die ganze Ausdruckskraft seines Instruments entfaltet. Petros Klampanis @bandcamp
Zusammen zeigen diese beiden Alben, wie vielseitig Klampanis ist: Er kann kollektiv mit anderen Musikern traditionell verwurzelte Musik neu denken (Tora Collective), aber auch alleine eine intime, fast erzählerische Klangwelt erschaffen (Rooftop Stories). Dabei bleibt er stets ein Brückenbauer zwischen Tradition, Gegenwart und all den Möglichkeitsformen eines warmweichen Kontrabass-Sounds.

von Petros Klampanis
Kristjan Randalu
Kristjan Randalu ist ein estnischer Pianist und Komponist, der in seinen Alben oft Brücken schlägt zwischen Jazz und klassischer Musik. Im Jahr 2025 veröffentlichte er zwei bemerkenswerte Projekte, die jeweils sehr unterschiedliche Seiten seines künstlerischen Spektrums zeigen.
Zum einen ist da Lullaby (2025), ein Jazz-Quartettalbum unter der Leitung des norwegischen Trompeters Mathias Eick, bei dem Randalu am Klavier mitwirkt. Gemeinsam mit Ole Morten Vågan (Bass) und Hans Hulbækmo (Schlagzeug) schaffen sie eine sehr warme, lyrisch-improvisatorische Atmosphäre. Die Kompositionen fließen organisch, mit viel Raum für Phrasierung und feines Zusammenspiel – besonders Randalus Spiel wechselt zwischen zarten, fast meditativen Momenten und kraftvolleren Tastenerkundungen. jazz-jazz.com
Das zweite Album ist seine sehr persönliche Neudeutung von Franz Schuberts Winterreise: Schubert Voyage. Zusammen mit dem Fagottisten Martin Kuuskmann übersetzt Randalu 14 Lieder aus dem Zyklus und ergänzt vier Eigenkompositionen. Dabei bleibt er tonal nahe bei Schubert, verändert aber Rhythmus, Harmonie und Form – zum Beispiel durch polymetrische Strukturen und Raum für Piano-Improvisationen. Das Fagott übernimmt die Rolle des Sängers, was der dramatischen Reise des wandernden Protagonisten eine sehr intime und neue Klangfarbe verleiht. berlin-classics-music.com
Ziv Ravitz
Ziv Ravitz ist ein israelischer Schlagzeuger, der sich als einer der gefragtesten Rhythmiker im modernen Jazz etabliert hat. In seinem Trio-Album PARSONS x HAR EVEN x RAVITZ (2025) (mit Claire Parsons und Eran Har Even) vereint er Jazz, Folk und Fusion zu einem sehr texturreichen, intimen Klangbild. Sein Spiel ist hier besonders sensibel: Er webt subtile Grooves und feine rhythmische Schattierungen, die das Trio zu einem echten Dialogensemble machen. Claire Parsons Music
Auf Full Cream (2024) tritt Ravitz in einem ganz anderen Kontext auf: In einem gleichberechtigten Kollektiv mit Greg Ward (Sax), Matthew Stevens (Gitarre/Bass) und Leo Genovese (Piano/Synth) entsteht ein ausgelassener, kreativer Austausch. Das Album bewegt sich zwischen Free Jazz, Rock und elektrischen Klanglandschaften. Besonders bemerkenswert ist Ravitzs dynamisches Schlagzeugspiel, das sowohl starke Impulse gibt als auch subtile Farbe beisteuert. lydialiebmann
Neben seinen eigenen Projekten ist Ravitz vor allem als Sideman eine beeindruckende Größe: Er hat auf unzähligen Alben mitgewirkt – unter anderem mit Avishai Cohen, Lionel Loueke, Verena Zeiner und Christoph Irniger. Sein vielfältiges Spiel beweist seine enorme stilistische Bandbreite – von virtuoser Zurückhaltung bis zu kraftvoller Impulsgebung. Wikipedia
Petros Klampanis, Kristijian Randalu, Ziv Ravitz Trio
Zig Zag Club Berlin
Hauptstraße 89
Berlin, 12159
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