Jazz Alben Favourites

Jazz Alben Favourites – Albumsammlung

All die super Aufnahmen, zu denen es viel zu sagen gäbe, wenn mehr Zeit wäre

Eine Reihe eigener Bilder bitte . Um Abstand zwischen Text und Empfehlungen zu haben. Doppelpunkt :

Jazz Review 2021 Henri Texier
Jazz Alben Favourites

VIP IN JAZZ

keith jarrett1200x625
Jazz Alben Favourites – Keith Jarrett
Florian Arbenz conversation 6 und 7
Jazz Alben Favourites – Florian Arbenz Conversation #6 #7 with Kirk Lightsey
Richard Andersson Inviting
Richard Andersson Inviting
1991 RandyWeston 1200x675
Jazz Alben Favourites – Randy Weston
2021 Nils Petter Molvaer Stitches 1200x675
Jazz Alben Favourites – Nils Petter Molvaer
Jazz Review 2021 florian arbenz
Jazz Alben Favourites – Florian Arbenz
Esther Kaiser Water
Jazz Alben Favourites – Esther Kaiser
Jazz Review 2021 gunter hampel
Jazz Alben Favourites – Gunter Hampel
Robert Jukic Izza Caminos de Gloria 1200x675 titel

Ich beschließe, das noch einmal umzubauen – die Must Have of Jazz aus dem Bereich Historie überschneiden sich zu sehr mit den hier aufgezeigten Best of … (sie tauschen wir nochmal aus gegen die vielleicht nicht ganz so Bekannten ihrer Jahrgänge … bezogen auf die Aufnahmen ab 1955 !)

Was tun, wenn die Musikindustrie sich darauf geeinigt zu haben scheint, dass Jazz so etwas sei wie ein Randphänomen, eine Noblesse, eine Übertreibung, eine Nummer für die über 50, ein Spiel um des Spiels willen – nun. Es bleibt Mitteilung davon zu machen, dass es Musikerinnen und Musiker gibt, die maßgeblich dazu beitragen und beigetragen haben, dass sich musikalische Vorlieben wandeln und in ihrer Wandlung interessanter werden.

Work in Progress jazz albums for beginners

Jazz Alben Favourites sten kenton
Kenton 1951
Jazz Alben Favourites mulligan
Mulligan 1952
Jazz Alben Favourites milt jackson
Jackson 1952

ab ca 1943

Eine Enzyklopädie des Jazz finden, neu aufziehen oder vernachlässigen, gute Frage.

Die Anfänge des Jazz ausfindig machen und feststellen, es war am Anfang wie in jedem Anfang ein Vielmehr als nur sein Anfang, überliefert scheint, dass es sich schon immer um eine Mischform handelte, aus den Roots (Graswurzel) erwachsen Rhythmus und Gesang, im Chor, als Solostimme, als Formenspiel der Fähigkeit des Menschen, auch ohne Instrument zu musizieren. Verwurzelt (wieder die Roots) überwiegend im europäischen Tonsystem, die beiden Artikel Jazz und Geschichte des Jazz auf Wikipedia geben Auskunft.

Jazz Alben Favourites charlie parker
Parker 1953
Jazz Alben Favourites louis armstrong
Armstrong 1954
Jazz Alben Favourites kenny dorham
Dorham 1955

Aus den Anfängen sind, technisch bedingt, kaum Aufnahmen auffindbar, lt. Wiki haben wir in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Süden der USA eine Straßenmusik, die als Aufführung von Brass Bands in Erscheinung tritt, Marschmusikkapellen, die allerdings beginnen, die Betonung des Viervierteltaktes auf den zweiten und vierten Taktschlag zu verlegen, noch ohne jede Improvisation.

Jazz Alben Favourites duke
The Duke 1954
Jazz Alben Favourites dave brubeck
Brubeck 1954
Jazz Alben Favourites j.j.johnson
J.J.Johnson 1955

Es folgt 1890 der Ragtime, ein Solospiel am Piano, wobei die linke Hand den Rhythmus übernimmt und so eine ganze Rhythmusgruppe ersetzt ( Ragtime = „zerrissene Zeit“) – auch hier: noch keine Improvisation. Soweit Wikipedia (Die Geschichte des Jazz)

Jazz Alben Favourites thad jones
Thad Jones 1956
Jazz Alben Favourites jutta hipp
Jutta Hipp 1956
Jazz Alben Favourites Herbie Nichols
Nichols 1956
Julia Neupert SWR2 Herbie Nichols – The Complete Blue Note Recordings

Zu den ersten nachvollziehbar publizierten Jazzveröffentlichungen gibt es einen Artikel von UdiscoverMusic The History of Recorded Jazz, einen Wikiartikel List of pre-1920 Jazz Standards und bei der BBC The mysterious origins of Jazz – das hier also soll die erste Aufnahme gewesen sein: Original Dixieland Jass Band – Livery Stable Blues (1917) – in dem Artikel der BBC geht es weniger um die Sensation um die erste Aufnahme, sondern gleich auch ums Urheberrecht, offenbar haben die Original Dixieland Jass Band ihre Stückchen eins zu eins bis hin zum Plagiat an die Musik afroamerikanischer Musiker aus New Orleans angelehnt – und also kopiert und vermarktet – eine bis heute andauernde Debatte über Urheberschaft beginnt.

Die frühen Aufnahmen sind von historischem Wert, ja, und zum Studium gut geeignet, sicher, aber tatsächlich genießbar wahrscheinlich nur mit nostalgischem Blick, es folgen etliche Aufnahmen auf Schellack gepresst, auch sie klingen mehr nach rostendem Brecht oder fröhlichem Stein, wirklich gut zu hören ist der Jazz (rein subjektiv) erst ab Mitte der Vierziger mit ersten Aufnahmen von Charlie Parker – deswegen wir uns auf diese Phase, was die Alben angeht, beschränken.

Unwiderstehliches – wo es geht, verweise ich auf eigene Artikel. Wo nicht, auf die Website der Labels oder der Musikerinnen. Bei so bekannten Leuten wie Miles Davis – muss zum Einstieg Wikipedia helfen.

Jazz Alben Favourites jimmy smith
Jimmy Smith 1956
Jazz Alben Favourites Lee Morgan
Lee Morgan 1956
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Chambers 1957

Stilrichtungen : wer wie ich wieder und wieder mit den unterschiedlichen Stilrichtungen auf Schleuderkurs gerät, findet sich gut zurecht im Wikipedia-Übersichtsartikel Jazz:

Jazz Alben Favourites tadd dameron
Dameron 1957
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Sonny Rollins 1957
Jazz Alben Favourites curtis fuller
Curtis Fuller 1957

Nach Überschriften : New Orleans Jazz (ab 1905) | Dixieland Jazz (ab 1910) | Chicago Jazz (ab 1919) | Swing (ab 1926) | Bebop (ab 1940) | Latin Jazz (ab 1947) | Cool Jazz (ab 1948) | Hard Bop (ab 1955) | Free Jazz (ab Ende der 1950er Jahre) | Jazz Fusion (ab Ende der 1960er Jahre)

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Donaldson 1958
Jazz Alben Favourites bud powell
Bud Powell 1958
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Sonny Clark 1959

Die Aufteilung zeitgenössischer Entwicklungen findet einige Begriffe, die ich mir gut vorstellen kann, wie sie eines Tages ausgewechselt werden – was soll Modern Creative sein oder Neotraditionalismus oder gar Neoklassizismus, deutlich von den Architekten her, ohne zu erklären, was im Jazz Klassizismus sein soll – ein Begriff für Schinkel vielleicht oder einer der Besinnung auf die Zehn Regeln der Baukunst von Vetruv – nun denn – ich scheue mich, das so zu übernehmen. Ich kann beim Begriff Acid-Jazz noch folgen, oder M-Base und Nu Jazz oder Smooth Jazz, meinetwegen auch Electroswing – (bitte?), nein, electro-swing auch nicht.

Jazz Alben Favourites bennie green
Bennie Green 1959
Jazz Alben Favourites walter davis
Walter Davis 1960
Jazz Alben Favourites mirjiam makeba
Miriam Makeba 1960

Vergessen wir das. Es gibt den Begriff des Contemporary Jazz für NU Jazz – die Schubladen greifen nicht. Anything Goes, mehrfach gepostet und gelesen, steht für „mach was du willst“. Könnte mir vorstellen, dass man zu Namen greift – die Klavierschule nach Jarrett oder Hancock oder Corea oder Svensson zum Beispiel, oder das Saxophonspiel eines Coleman, Parker oder Washington, vielleicht – zumal – nun. Jazz sei ein Wort „des weißen Mannes“, so Miles Davis – somit Art Ensemble of Chicago auf den Begriff Great Black Music zu sprechen kommen, nenn den Jazz wie Nicholas Payton BAM, Black American Music, es hilft alles nichts, er bleibt irgendwie an sich selbst hängen … der Begriff wie seine Musik.

Wenn schon Archie Shepp das Wort Jazz bei seinen Studenten und Studentinnen unter Quarantäne bringt, nun denn – eine einleuchtende Erklärung liefert Shabaka Hutschings, für den Jazz „ein einengender Terminus sei, bei dem die Leute gleich zu wissen meinen, um was für Musik es sich handelt.“ Genau, so ist das. Und? Ich bleibe dabei. Den Begriff von Innen nach Außen erweitern, ja. Ihn von Außen nach Innen einengen lassen, nein.

Was nun, was tun? Warten wir ab – ich bleibe erstmal bei dem Begriff Jazz als einem, der die ihm eigene innere Klammer nach außen stülpt – wer den Begriff Jazz negativ einfärben will, wird auch mit Begriffen wie Weltmusik oder Neue Musik oder Contemporary Musik oder Musik der freien Improvisation nicht viel anfangen können.

Jazz Alben Favourites bill evans
Bill Evans 1961
Jazz Alben Favourites django reinhardt
Reinhardt 1961
Jazz Alben Favourites art blakey
Blakey 1961

ab 1965 – South Africa – back to the own roots

Schenk mir den Text der Eltern – die 1965 beschließen, nach Süd Afrika auszuwandern, ein Land von reaktionären Weißen geführt, ein Burenland, das Land der Apartheit schlechthin, fast acht Jahre lebten wir dort und was die Musik angeht: Heintje, Beethoven, James Last und ein wenig aus dem Radio – TV gab es nicht. Autokino aber. Spricht nichts dafür, in diesem musikalischen Minderprivileg irgendeine Ziehpflanze für den Jazz zu erlernen, zumal die Begegnungen der Weißen unter Weißen stattfand, mag sein: die unterbewusste Suche nach dem „Anderen“ – Gott, sagen Sie mir nicht, wie Sie groß geworden sind, ich würde es mit dem Teufel aufnehmen, der, so viel steht fest, nicht im Beat zu suchen ist, sondern in der Moral.

Jazz Alben Favourites yusef lateef
Yusef Lateef 1961
Jazz Alben Favourites freddie hubbard
Hubbard 1962
Jazz Alben Favourites afro duke
Ellington 1963

Da das Kind einmal Kind war, es etwas gehört hat, das sich kaum im Gedächtnis absetzt, aber bei jeder Gelegenheit zu Tränen rührt, wenn es erklingt, sie müssen es gehört haben Mirjam Makeba – Empfehlung: Soul Safari, eine Website rund um die Musik in Afrika, vom SA Jazz über Zulu-, Xhosa Vocal und South African Disco – !

Jazz Alben Favourites mirjam-makeba-1965-
Jazz Alben Favourites makeba
Jazz Alben Favourites miriam makeba 2
Jazz Alben Favourites Makeba Pata Pata 1967
Jazz Alben Favourites Durban (1962)
Durban (1962) with Rickschaw Ride

Lyrics of Miriam Makeba Peace of Ground :

Als der weiße Mann zum ersten Mal von jenseits der Meere hierher kam
sah er sich um und sagte: „Das ist Gottes eigenes Land.
Er war sehr zufrieden mit diesem Land, das er gefunden hatte
Und er sagte, ich werde hier mein eigenes Stück Land machen
Manche Leute sagen, mach dir keine Sorgen
Wir haben dir ein schönes Stück Reservat gelassen
Aber wie kann ein Leben für so viele gefunden werden
Auf miserablen dreißig Prozent des Bodens?
Doch viele Schlachten musste er noch schlagen
Viele Familien starben in der Nacht
Denn viele waren die schwarzen Männer, die rundherum lebten
Und sie alle wollten ihr eigenes Stück Land
Doch manche Leute sagen, macht euch keine Sorgen
Ihr könnt immer Arbeit finden in der Stadt der Weißen
Aber bleibt nicht zu lange und nicht zu tief
Sonst stört ihr den weißen Mann in seinem Schlaf
Dann, eines schönen Tages im Jahr 1883
wurde Gold in großer Menge entdeckt
Das Land war reich, viel reicher als geplant
Und jeder Schürfer wollte sein eigenes Stück Land
Die weißen Goldgräber waren wenige und das Gold war so tief
Dass der schwarze Mann gerufen wurde, weil seine Arbeit billig war
Mit Bohrer und Schaufel schuftete er unter der Erde
Für sechs Pfennige am Tag, um den Boden zu erschließen
Weißer Mann, schlaf nicht lange und schlaf nicht zu tief
Oder dein Leben und deine Besitztümer, wie lange wirst du sie behalten?
Denn ich habe ein Gerücht gehört, das die Runde macht
Dass der schwarze Mann sein eigenes Stück Land fordert
Sein eigenes Stück Land
Jetzt ist dieses Land so reich und es scheint mir seltsam
Daß der schwarze Mann, der es durch seine Arbeit geschaffen hat
Die Früchte nicht genießen kann, die es gibt
Wird entwurzelt und von seinem eigenen Stück Boden getreten
Jazz Alben Favourites – Miriam Makeba Peace of Ground
Jazz Alben Favourites donald byrd
Byrd 1964
Jazz Alben Favourites magelsdorff
Mangelsdorff 1964
Jazz Alben Favourites gunter hampel
Hampel 1965

Die geburtenstarken Jahrgänge, später Babyboomer genannt, sollten die sein, die zwischen 1955 und 1969 zur Welt kamen, bemessen wahrscheinlich an den Geburtenquoten der Industrienationen westlicher Prägung – im Boomer-Artikel von Wiki heißt es unter Boomer in der Netzkultur: „Boomern werden hierbei häufig veraltete bzw. konservative Ansichten und wenig Belehrbarkeit und Offenheit für neue Dinge vorgeworfen, die zu einem Generationenkonflikt führen. Da die Bezeichnung überwiegend für die Klischees verwendet wird, beschränkt sich die Definition nicht auf den Geburtenzeitraum, was bedeutet, dass auch jüngere Generationen Boomer-Ansichten haben können, während Babyboomer nicht automatisch „Boomer-Ansichten“ vertreten.“

Jazz Alben Favourites Herb Alpert
Alpert 1965
Jazz Alben Favourites archie shepp
Archie Shepp 1965
Jazz Alben Favourites roland kirk
Roland Kirk 1965

Siehe auch Gerontokratie … „mir geht’s gut, bitte Danke“, aus dem Film Alphaville von Jean-Luc Godard 1965. Stichwort anything goes, das fehlte noch: „mach was du willst.“ (ein von Feyerabend 1975 adaptierter Begriff aus 1934) Das ist verkürzt – was der Jazz in den frühen Sechzigern freisetzt: die exaltierte Improvisation, das Album „Ascension“ von John Coltrane (1964) steht als Paradigma für „the most impressive example of ‚free jazz‘ that has come my way.“ (Wilfried Mellers), als Inspirationsquelle für Peter Brötzmanns’s Machine Gun und last but not least : wir hatten Jack Keroucs On The Road (1957), mit ihm die Literatur der 60iger von Böll bis Frisch, Bachmann, Johnson und Dürrenmatt

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Coleman 1966
Jazz Alben Favourites crawford 66
Crawford 1966
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Sam Rivers 1967

Dieser Zeit wird gern der Konflikt zwischen „Vatergeneration des Faschismus“ und den Aufgeklärten der neuen Zeit nachgesagt, ebenso die sexuelle Selbstbestimmung, in Zeiten des Aufbruchs und der aber zunehmenden Unruhen – wenn du so willst: die Selbstidentifikation und Selbstdarstellung oder Selbstverwirklichung findet ihre Renaissance …

Jazz Alben Favourites wayne shorter
Wayne Shorter 1967
Jazz Alben Favourites ray baretto
Ray Barretto 1968
Jazz Alben Favourites john mayall
John Mayall 1969

Die Bandbreite reicht von Teamwork unter starker Führung (Miles Davis), über melancholische Nabelschau mit romantischem Anflug (Nick Drake) bis Aufspüren anderer Kulturklänge (Coltrane, Mc Laughlin, Lennon), vom Einfluss brasilianischer Rhythmen (Santana oder Baden Powell) über funky Beats (Byrd) zu elektronischer Vertiefung (Hancock und Corea), dem Aufspüren der Traditionslinien (Jim Hall) bis hin zum Rückzug ins Studio (Steeley Dan), ganz zu Schweigen von der Adaption für Filmmusiken und Musicals – eine Explosion an Möglichkeiten und Ausrichtungen. Das ist alles nicht mehr „nur Jazz“ sondern „auch Jazz“, demzufolge – im Sinn des Anything Goes („mach was du willst“) auch ein Small-Talk über dieses und jenes.

Jazz Alben Favourites captain beefheart
Beefheart 1969
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Moondog 1969
Jazz Alben Favourites sharrock 69
Sharrock 1969

oder gleich auch : The 5th Dimension – The Age of Aquarius | TIDAL | Spotify |

Cool bleiben und es allen zeigen – man könnte noch einige wichtige Protagonisten erwähnen, Jim Morrisons The Doors, Bob Dylan vor allen, die Stones und sicher doch: Fleetwood Mac, The Cream mit Eric Clapton, Eric Burdons The Animals, die Show, die nicht mehr aufhört, bis heute … bitte, danke, mir geht’s gut … (Alphaville) beim Listing der erfolgreichsten Bands in den 60igern

Landleben mit Blues & Jazz ab 1973 – beste jazz-alben

Jazz Alben Favourites sun ra
Sun Ra 1970
Jazz Alben Favourites the temptations
Temptations 1970
Jazz Alben Favourites joe mcphee
Joe McPhee 1971

All dies erreichte uns auf dem Land erst mehr als zehn Jahre später. Wir hörten Suzi Quadro im Radio und The Queens Killer, vom Jazz für Puristen ungefähr so weit entfernt wie John Lee Hooker vom Punk, den Punk, kannst du mir glauben, hörte bei uns kaum jemand, ein eher städtisches Phänomen, könnte man glauben und auch von Werner Reinke kaum lanciert, all die hier versammelten Aufnahmen blieben nicht gehörte Ereignisse und sollten erst weit in den Achtzigern aufgeholt werden, da war der Zug Richtung Großstadt schon unterwegs.

Jazz Alben Favourites carla bley
Carla Bley 1971
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Godfather 1972
Jazz Alben Favourites donald byrd black
Donald Byrd 1973

Das zu erklären, allein, es erklärt sich nur über Freunde, die man hatte, oder die, die man als solche herbeiwünschte, auch sie waren davon, mit eigenem Koffer, ihrer Gitarre, ihrem Klavier, ihrem Schlagzeug, Blues ging immer, in der Kneipe der nächsten Kreisstadt, langhaarig smashten sie obercool mit Mundharmonika und Gibson ihr I’ve got my mocho working, der Klassiker schlechthin und gut gespielt von der Frankfurt City Bluesband – wenn du so willst. Eine schöne Zeit mit jährlich gesetztem Jazzweekend, da die Größen des New Orleans Jazz der Umgebung ihre ewige Liebe für Machbares bekanntgaben.

Jazz Alben Favourites joe pass
Joe Pass 1973
Jazz Alben Favourites steeley dan
Steeley Dan 1974
Jazz Alben Favourites tom waits
Tom Waits 1974

Angenehm an Tradiertem oder nicht allzu Schnelllebigem: du hast noch immer eine Chance zu folgen, und wenn du richtig zuhörst, folgst du ihnen bis nach Spanien (San Sebastian) oder bis ins Burgenland nach Wiesen (JazzSummit Wiesen Youtube 1984), zu den unterschiedlichen Festivals im Sommer, es gibt/gab sogar Bilder von der Party auf Wiesen im Netz: ja, sogar Youtube-Tapes von Miles Davis und Weather Report und B.B. King in Wiesen…

jeff beck
Jeff Beck 1975
nascimento
Nascimento 1975
steve reid
Steve Reid 1976

sie sind den inneren Bildern gewichen: vom Finnen, der sein Geld aus dem Schuh zog, um den Vino Tinto für damals zwanzig Pfennige zu bezahlen und der Wirt ihm und mir kurzerhand einen nachschüttete aufs Haus und wir plötzlich alle Spanisch konnten, die inneren Bilder von Wynton Marsalis mit Bruder Branford in der Poststation, wie sie eine Röhre auf den Tresen trommelnd ihre Post in die Staaten übergaben, die inneren Bilder von Herbie Hancock mit Chick Corea auf der Bühne und die Halle schwebt.

brand x
Brand X 1976
michel jarre
Michel Jarre 1976
can
Can SDelight 1977

Es existieren Erinnerungen von der Tramper-Tortur durch den Elsass mit Wolfgang, der sein Walkman am Strand von San Sebastian mit The Cure spielen und mich reinhören ließ, der Strand nahm gleich an Größe zu – du hast unter Brücken geschlafen, am Strand, im Park von Santander, du wurdest von Polizisten in der Früh höflich darum gebeten, den Park bald zu verlassen, nicht ohne dass sie dir noch eine Möglichkeit zum Duschen zeigten. Du bist über Figueras (Salvador Dali) mit der Bahn, weil die fast nichts kostete – und wurdest bayrisch empfangen von einem Münchener, der einen Existentialisten-Sprech draufhatte insofern, als er all die Touristen hier widerlich fand, obwohl er selbst Tourist war, der liederlichste.

al jearreau
Jarreau 1977
chuck mangione
Mangione 1978
oregon
Oregon 1978

Allein, auf welchem Stand die Pop-, Rock- und Jazzmusik war, hiervon würde es also Informationen geben über Freunde, geschätzt ab 1980 – Erinnerung an die erste eigene Langspielplatte. The Best of B.B. King von RCA-Records 1973, erworben Second Hand für 3 Mark …

b-b-king
Best of King 1973
eric clapton
Just One Night 1980
clapton king
Clapton King 2000

Nun gut und schön denn – die Prägungen also: einerseits die Werner Reinke Hitparade immer um zwei am Nachmittag, andererseits die noch Unbekannten der Großen aus Übersee, bald dann die coolen Jungs von der Kneipe mit Mundharmonika, schließlich die ersten Love-Stories, die weitere Assoziationen freisetzen: Haare, Haare, Haare. Hare Krisna und Hair und der erste Kuss, nicht etwa mit Kiss, sondern mit Blume, Herz und Kaktus. Plus Patchouli, Patchuli oder Patschuli – zu dem der Jo später meinte, es rieche nach Katzenpi .. mal Daumen

doug rainey
Doug Raney – 1979
steve tibbetts
Tibbetts 1980
friday night
Friday Night 1981

Der Stevie Wonder schließlich in Sachen Isn’t she lovely, oder You are the sunshine of my life oder „Superwoman“ die Superposition einnahm mit Ribbon in the Sky , Sir Duke und Living for the City – rauf und runter morgens, mittags abends und bis nach Dortmund in die Westfalenhalle lockte er uns, in diese abhebende Halle mit drei Stunden Stevie Wonder in ihr drin.

oscar peterson
Peterson 1981
larry carlton
Carlton 1981
pat metheny
Metheny 1982

Stadtleben ohne Jazz ab 1983 jazz essentials

du willst nicht ernsthaft bezweifeln, dass es neben George Michael, The Clash und Bronski Beat oder Alphaville und Matt Bianco noch andere hörenswerte Aufnahmen gab, 1984, Aufbruchsjahr, und Frankie Goes to Hollywood. Ja, Killing Joke, Clare Fischer, sogar Leonard Cohen und Wynton wie Branford Marsalis, welche dieser Aufnahmen lief rauf und runter – da die innere Stimme noch nicht mit der äußeren überein kommt. Deep Purple doch nicht oder U2 und Queen – ??? – drei Fragezeichen … nimm dir das Boot von Klaus Doldinger … eine Metapher für’s Absaufen – neben Echo & The Bunnyman.

stevie wonder
Stevie W. 1982
violent femmes
Violent F. 1983
Bennie W
Bennie W. 1983

Da die ersten Erfahrungen sich türmen, die Diskrepanz zwischen Wohlklang aus den Lautsprechern und der Dissonanz der eigenen Wahrnehmung sich vergrößert, das Leben beginnt sich zu spreizen zwischen Naherfahrung eigenen Jungseins und dem Todeswunsch alter Menschen, die du in der Geronto-Psychiatrie betreust. Konzertbesuche: Maria João (Quinteto Maria João 1983), Dire Straits (Brothers in Arms 1985) und Sting (Bring on the Night 1986) – Diskothek in Bochum.

tom waits 83
Tom Waits 1983
steps ahead 83
Steps Ahead 1983
chick Corea
Chick Corea Children Songs 1984

Es fasst mich alles an, ich entweiche. Zwischen all dem der Klarspüler Pat Metheny, dieser unaufhaltsame Optimist, ein Album in Weiß, es reicht der Name, alles rollt. Und gleich auch steigt er mit David Bowie in den Ring (This is not America. Sha La la la la) – For this is not the miracle)

frankie goes to hollywood
Frankie Goes to Hollywood 1984
pat metheny circle
Pat Metheny 1984
sting 85
Sting 1985 1986

Auch Miles Davis versucht einen Hit nach dem anderen, spielt nicht mehr den Erneuerer, sondern trabt brav mit Gefälligkeitsgesten hinter allen her, nicht ohne einen Fan nach dem anderen vor den Kopf zu trompeten, dass er sehr wandlungsfähig sei. Eine Aufnahme aber überragt alle anderen in 1985 – so geht Understatement: Working Week – sie hauen eine Aufnahme raus, und du hörst nie wieder etwas von ihnen. (Anderes Wort für: dein Interesse ist mit der einen Aufnahme gedeckt) Reingelegt: Inner City Blues ist ein Song von Marvin Gaye (1971) – hör dir den Unterschied an, das Original ist um Längen voraus. Die Sampler also. Okay, geschenkt.

dire straits
Dire Straits 1985
killing joke
Killing Joke 1985
mary chain
Mary Chain 1985

Die dunklen Jahre – das eigene Repertoire speist sich aus dem, was du kennst, du hörst kein Radio, kennst keine Jazzliebhaber, keine Musiker, nur den eigenen dürftigen Alltag und zwei Typen, die genauso Type sind wie du, der eine drogenabhängig, der andere suizidgefährdet oder sehnsüchtig nach seinem vorzeitigen Abgang, beide wollen nicht älter als 30 Jahre werden, beide haben von Musik keine Ahnung, der eine hört alles, was punkig klingt, der andere tut so, als sei er Mendelssohns Urenkel.

michel petrrucciani
Petrucciani 1986
oscar peterson 2
Peterson 1986
art of noise
Art of Noise 1987

So kriegst du von der Musik dieser Jahre nichts mit, außer dass du verloren vor dem Ratinger Hof herumlümmelst und im Zack auf Session-Suche gehst, während sie keine zwei Straßenzüge weiter die RAF hochnehmen. Erst später entdeckst du, was dir alles entgangen ist. Und schleppst das mit nach Berlin. Killing Joke zum Beispiel. Zwei Aufnahmen bleiben im Gedächtnis. Simply Red und Pete Townsend, immer freitags geht es sich Besaufen in der Altstadt – mit dem Düsseldorfer Eishockey Freak nennen wir ihn Ralf. Wie Sie sehen, Musik erschließt sich nicht jedem Alter. Bestes Album 1985 ? Keine Ahnung. Für 1986 hast du die Bass Desires von Marc Johnson ausfindig gemacht, vielleicht zehn Jahre später.

triluk gurtu
Trilok Gurtu 1987
john zorn
John Zorn Spillane 1987
depeche mode
Depeche Mode 1987

Die Bilder oder Cover der Aufnahmen sind Anhaltspunkte geworden, obwohl doch gerade in ihnen ein ungleich höherer Mehrwert zu vermuten ist, sie werden zu Ikonen deiner Wahrnehmung und wollen widerständig bleiben vor dem Hintergrund der Alltagsuntauglichkeit, du kämpfst dich, inzwischen in Berlin, durch die grauen Flure der FU mit weiteren 15.000 Germanistinnen, 15.100 oder 14.999 , der 15.tausendste bist du und fummelst dich an Second-Hand-Langspielplatten-Auslagen entlang.

Du kaufst dir die in Düsseldorf verschenkte We want Miles noch einmal. Weil du sie kennst. Du kennst kaum etwas von dem, was da ausgelegt ist, wirst dich aber erinnern: Ahmad Jamal, Rio Reiser, und: das erste Mal gesichtet: die Einstürzenden Neubauten. Passend zum Studium. Die Postmoderne gewinnt die Welt als Zitatenschatz. Ein bunter Mix. Die Antagonisten heißen Moderne und Tradition und gehen aufeinander los, während der Skatgesang in Form von Hip Hop seinen kommerziellen Durchbruch nimmt.

Dem stehen gegenüber: brennende Betten (Midnight Oil), alles macht Sinn (Pet Shop Boys) und pump dich auf (M/A/R/R/S), in Berlin angekommen zu sein heißt vor allem in der Dunkelheit unterwegs bleiben. Der Jazz? – Fehlanzeige. (Ich sehe die üblichen Verdächtigen von Dave Holland (The Razor’s Edge), über Muhal Richard Abrams (Colors in Thirty Third), Charlie Haden (Quartet West), Mulgrew Miller (Wingspan) – aber nicht wirklich DIE EINE herausragende Aufnahme)

Streng gesehen: dem Jazz ging es nicht gut. (Könnte sein, dass The Jazz is Dead in den Achtzigern seinen Anfang nahm – in der Nachtszene zumindest begegnetest du KEINEM Jazzfreund, KEINEM. Andere Szene sozusagen.)

pixies
Pixies Surfer Rose 1988
neneh cherry
Cherry Man Child
carl orff
Janowitz Karl Orff

Bezugsquellen sind ein Plattenladen, die Frankfurter Rundschau am Samstag (der Nachbar) und die Süddeutsche Zeitung (Studentenabo), Radio wird noch immer nicht gehört und die Kommilitonen fahren auf Pet Shop Boys ab, im Kumpelnest laufen Barry White neben Carmina Burana, in die Oper geht es zu Carmina Burana, bald hat jeder die Karl Orff Aufnahme Carmina Burana.

Wer dagegen Einfach Kompliziert sagt, meint Bernhard Minetti im Stück von Thomas Bernhard, aufgeführt im Schillertheater vor leeren Reihen, später ein ähnliches Schauspiel im Schlossparktheater – leere Reihen, dafür im Kumpelnest die Boheme, die von Kunst und Kultur ausgestopfte Boheme mit direktem Draht in die Rundfunkanstalten und an den Plattenteller. (Who is Who und wer ist In wer Out) – das wurde geleugnet, trotzdem praktiziert, inside, outside – guck dir an, wer sich extrapoliert, wer sich intellektuell nennt und wer anderen unterstellt, nur hübsch und opportunistisch zu sein.

Und liebten aber Neneh Cherry. (+Madonna und Kyle Minogue) Es fehlen noch Handke, Goldt, Duras und die eigenen Texte (die, wie wir inzwischen wissen, aneinandergereihte Buchstaben waren, Freejazz sozusagen oder vielleicht für Erwartungsfrohe im Graus des Grauens und Grusels).

thomas bernhard
einfach kompliziert
sugar cubes
Sugar Cubes 1988
ray anderson
Ray Anderson 1988

Der Besuch der Berliner Festspiele ergibt: Helle Menschen, weiße Männer, in beigen weißen sehr hellen Anzügen, eine Akademiker-Szene, die Jazz für schick hält und sich selbst auch, die Musik ist eher selbstgefälliges Instrumente Touchieren, man hat es auf alle Sinne abgesehen, auf Nase, Auge und Ohr, Stangen schlagen ans Holz und erzeugen überraschenderweise stumpfe Plopptöne, während Wynton Marsalis die Philharmonie rockt – sprich ausbläst, eine Liste der Jahrgänge finden Sie hier – neue bis alte Bekannte. (Es lässt sich kaum gendern: eine Männerdomäne, ja) Staunen macht: wie viele von da noch hier sind – oder von damals im Heute … und Deutschland seiner ganz eigenen Hystorie verfällt.

Der Spagat zwischen dem Jazzfest Berlin ab 1986:

(Bold, die ich kannte – die anderen zum ersten Mal etwas gehört)

1986 – Andrew Hill, Antonio Zepeda, Arturo Sandoval Sextet, Bobby Hutcherson Quartet, Caribbean Jazz Workshop Group, Charlie Watts Orchestra, Chyco Jehelmann piano solo, Don Cherry – Jabbo Smith Collaboration, Globe Unity Orchestra, Gonzalito Rubalcaba Y Grupo Proyecto, Irakere, John Stubblefield Quintet, Koch – Schütz – Käppeli, Leonid Chizhik piano solo, Lester Bowie’s Brass Fantasy, Loose Tubes, Michel Camilo Sextet, Milton Cardona and the Eya Aranla Ensemble ‘Bembé’, Monty Alexander Jamaican Band + special guests, ‘Something To Shout About’. A Gospel Concert. Featuring the Sanctified Sax of Vernard Johnson, Steve Lacy Sextet, Sweet Honey In The Rock, The Herbie Hancock Quartet, Uli Lenz piano solo, Victoria Williams, WDR Big Band + Solisten, Willem Breuker Kollektief

1987 – Adam Makowicz piano solo, Anthony Davis piano solo, Art Blakey And The Jazz Messengers, Before My Times, Bob Mintzer Bigband, Borah Bergman piano solo, Change Of The Century Orchestra, Chick Corea Akoustic BandCourtney Pine Quintet, Deadly Weapons, George Shearing  Duo, Gil Evans + Laurent Cugny Bigband ‘Lumiere’, Günther Klatt & Elephantrombones, György Szabados Piano solo, His Royal Highness Of Hi-De-Ho, The Legendary Cab Calloway, Illinois Jacquet and his Orchestra,

John Coltrane ‚A Love Supreme‘ Memorial Concert, Johnny Griffin – Joe Henderson and the Two Tauri Band, Ornette Coleman ‘The Original Quartet’, Roman Schwaller Jazzquartett, Sammy Price piano solo, Schildpatt + special guest Ali Koushkani, Terri Lyne Carrington Quintet, The Ellington Orchestra with Mercer Ellington, The Maynard Ferguson Band, The Melody Four, The Michael Brecker Band, Tim Berne Quintet, Tony Coe – Stan Tracey, Trio Joachim Kühn, Daniel Humair, Jean-François Jenny-Clark + Larry Schneider, UMO + special guests, World Saxophone Quartet

… und Soul to Soul + Techno die 100 besten jazz-alben

steve tibbetts 89
Tibbetts 1989
henry threadgill
Threadgill 1989
poems for laila
Poems for Laila 1989

1988 – Buell Neidlinger and Stringjazz, Buirette – Cabannés – Fonfrède, C.J.Chenier and The Red Hot Louisiana Band, Compagnie Lubat & Marc Perrone, David Grisman Quartet + guests, Esteban Jordan y su Rio Jordan, Gary Lucas, George Gruntz Concert Jazz Band with special guests, Guy Klucevsek, Habarigani, Hank Roberts ‘Black Pastels’, Horace Tapscott piano solo, Jack DeJohnette ‘Special Edition’, John Zorn Naked City’, Jon Hassell – Farafina, Kölner Saxophon Mafia – Drümmele Maa – Elima, Laurie Anderson, New Association, Quartette Indigo, Sonya Robinson Quartet, Steve Kuhn piano solo, String Trio of New York – Amsterdam String Trio, The Art Van Damme Quintet, The Ordinaires, The Savoy-Doucet Cajun Band, Wladimir Estragon

einstürzende neubauten
Einstürzende 1989
blechreiz
Blechreiz 1990
a tribe called quest 90
Called Quest 1990

1989 – Abbey Lincoln, Bob Stewart – First Line Band, Brötzmann – Oliver – Kellers feat. Manfred Schoof, Christopher Hollyday, Dee Dee Bridgewater and her Trio, Gene Harris and the Philip Morris Superband, Greetje Bijma Kwintet, Hans Reichel – Tom Cora, Kent Jordan Quintet, Leni Stern Band, Mel Tormé George Shearing, New York Voices, Peter Kowald, Take 6, The Dianne Reeves Band, special guest George Duke, Tippett – Nicols – Tippett, Tony Dagradi and Astral Project, Vladimir Tarasov ‘Atto V’, WDR Big Band + Benny Carter, Wynton Marsalis Jazz Band, Wynton Marsalis Jazz Band – Jazz for Kids “Coolin’ It With Snoopy”

Studentenstreik, finanzieller Engpass, das Studium wird reizvoller, Musik wird zum Beispüler, Radio 4U The Big Beat spült Namen wie Gary Clayle und Mc 900Ft Jesus ins Ohr und alles, was noch so an Dub-Sound entsteht, vor allem aus UK. Bei Massive Attack lässt sich wunderbar arbeiten.

massive attack
Massive Attack 1991
stereo mcs
Stereo MC’s 1992
clapton unplugged
Unplugged 1992

Der Jazz verabschiedet sich in die selbst erwünschte Exklusivität und kommt nur noch im Herbst auf die Bühne, dort allerdings so Strong of Noise, er hat keine Chance mehr gehört zu werden neben Element of Crime, Saint Etienne oder Chrystal Waters – es fällt auf, dass die Beats zunehmend dreivierteltaktik durch die Clubs stampfen – nur dem Tresor werden noch intellektuelle Nebentöne angedichtet. im Fischlabor oder im WMF oder oder oder … tanzen feiern studieren, keine Zeit, mit Stereo MC’s ist endgültig Schluss mit Trübsinn und Abwarten, Jesus lost in 900 Feat.

taxi93
Taxi 1993
element of crime
Weißes Papier 1993
radiohead
Pablo Honey 1993

Chillout ab 1993 best of jazz

Zurück zum Thema: Merkst du, wie viele Themen es inzwischen sind – nicht wahr? Es gibt eine Vielfalt ohnegleichen, nicht erst seit gestern, es war vorgestern oder weit vor der Zeit, als es begann, aufregend zu werden, und : es marginalisiert sich ungleich leichter – die entdeckten Nischen werden zu Rückzugsorten und bekommen den Privatiers-Stempel aufgedrückt, versuch gar nicht erst das Einsilbenwort Jazz in den Mund zu nehmen, sie erklären dich für Out of Statement. (Obwohl doch … sagst du … gerade im Jazz … so viele Möglichkeiten entstehen … und obwohl … jawohl. Lass ihn reden.)

us3
Cantaloop 1993
Labeldruck
Break 1994
Labeldruck
Break 1995

Es reduziert sich aufs Studium, das in sich vielfältig genug ist zwischen Form Follows Function und Steinhäusern über Wasserfällen, vom Puritanismus eines Mies van der Rohe zum Kitsch eines Charles Moore, dem schlichten Museumsbau Münchener Bauart und Stirlings rosaweiß gestreifter Rotunde, der Backsteinästhetik am Tiergarten und Flugdächern am Check-Point oder am Schloss Charlottenburg, einen eigenen Stil herausarbeiten ist Prämisse der Stunde, aus dem Formalen heraus der einen und dem Können der anderen, man selbst ist ganz ein Dilettant, den man auch mal Dilletant schreiben darf.

Labeldruck
Break 1996
scanner
Scanner 1997
brad mehldau
Mehldau Songs 1998

Ein Song insbesondere ragt heraus – ausgerechnet Bruce Springsteen, den du nie hören mochtest, obwohl oder gerade weil du mit Blondie auf dem Born in the U.S.A Trip warst 1984 und sogar ins Frankfurter Waldstadion gefahren bist mit ihr und Clique, die Langspielplatte River in deine Sammlung aufgenommen hast – Die Streets of Philadelphia waren irgendwo zwischen Sonnenallee, Kochstraße und Ernst Reuter Platz gelegen, hin und wieder traft ihr euch zum Trödeln auf dem Flohmarkt, wo es, dreimal darfst du raten: vor allem Langspielplatten gab: und die eine Single. Streets of I couldn’t tell what I felt – I was unrecognizable to myself.

nils petter molvaer khmer
Khmer 1998
john scofield go
A Go Go 1998
e-s-t
E.S.T. 1999

Und der Jazz, fragst du – nun – komplett abgemeldet. Niente, Nichts, hier ein Versuch mit Metheny, dort einen mit Frisell, alles heimlich und quasi ausrangiert und verboten, der Plattenladen in der Am Kottbusser-Damm kannte hinten rechts eine kleine Abteilung mit vielleicht fünfzig oder sechzig Scheiben, die Jazz-Abteilung im WOM am Bahnhof Zoo war schon umfangreicher, mit Kopfhörer zum Reinhören – kein Geld.

mos horizon
Mo’Horizons 1999
force+form
Force+Form 1999
uri caine
Uri Caine 1999

Wie viele interessante Aufnahmen die Jahre wirklich herstellten, wissen die anderen, hier war Cantaloope von US3 das Kompatibelste der Gefühle. Die Popsongs hatten mehr Drive, mehr Beat, mehr emotionalen Druck – ein emotionaler Druck, der notwendig wurde, das Studium mit den Nachtarbeiten beim Verlag (als Packer) zu überstehen oder ebenfalls unter Hochdruck zu setzen, werde fertig mit dem hier, mit Niveau bitte … bitte wie? Ja. Das Niveau. Der Anspruch. Die scheinbar schon berühmten Kommilitonen um dich herum, die schnippen das alles nur so mit dem Finger herbei, du krampfst dir einen ab mit Konzept und Überbau. Kannst nicht mal Modelle bauen.

Tresortower neuplanung
Jazz Alben Favourites Forbidden PR – Wir planen einen Tresor

Dich aber am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen – mit schönen Pop-Songs. Der Horizont verengt sich auf Selbstgefälligkeit und: du bist nur so gut oder stark oder aufgeweckt wie deine Freunde, Partner, Kollegen, alles andere suchst du auf eigene Faust und findest: Mehldau, E.S.T und Molvaer scheinen den Jazz in die neue Dekade hinüber retten zu können, da sie den Puls der Zeit aufspüren – was eine Phrase … ja Drum n Bass war bei Molvaer, die Aufstiegsmelancholie (das schlechte Gewissen) bei Mehldau, E.S.T war schmerzfrei genießbar neben Tom Jones – wer soll diese Party jemals beenden? Das Jahr 2000 vielleicht, die Unbeherrschbarkeit der Nullen im Jahrtausendwechsel? Ein Blöff wie Bluff.

Teil der allgemeinen Konvention, bitte nicht stören, es geht voran, wir boomen gerade.

tourist
Tourist 2000
susana
Susan Baca 2000
gotan project
Gotan Project 2001

Der Jazz kann nicht mithalten, er versucht sich, gestützt vom Lincoln Center in New York mit einem Jahresbudget von 4 Mio $ zu verstetigen – gleichzeitig bietet John Zorn auf der anderen Manhatten-Seite spekulativen Jazz an von Klezmer, Free bis Trash, Juri Caine schlägt eine Brücke zwischen Jazz, Neuer Musik und Orchestergraben, das verstehen nur Insider, viel verständlicher dagegen, was die DJs der Welt sich zusammenmixen in diesem Potpourri, von St. Germain bis David Holmes, Laurent Garnier oder ScannerKruder Dorfmeister spielen Tosca, allen ist gemein: wir chillen gerade, bitte nicht stören.

eivind aarset
Aarset 2001
faithless outrospective
Outrospective 2001
jason moran
Jason Moran 2002

The Sky is the Limit – die Aktienkurse kennen nur eine Richtung, N-TV grüßt morgens mittags abends mit immer neuen Vorschlägen, dein Geld zu vervielfachen, von der LHS-Group über Topcall und Pixelpark wie Intershop, sogar die Kinowelt oder Intertainment und Senator Film erzielen innerhalb kürzester Zeit ein Vielfaches ihres Einstiegswertes – setz bitte dem die meistverkauften Jazzplatten entgegen: immerhin: neben den Big Playern aus Übersee und Japan übersteht die von Siggi Loch gegründete ACT auch diesen Crash – E.S.T und Landgren machen das Rennen, auf meinem Plattenteller kursiert noch immer das Gerücht: Es geht steil bergauf – im Büro, bitte nicht stören.

derdinand 03
Ferdinand 2003
the bad plus
Bad Plus 2003
sience friction
Science Fiction 2003

Unter Kopfhörern die Steilwände hoch, die Agenda entlang und wenn doch eine Störung, dann bitte etwas leiser drehen, du da unter deinem Kopfhörer, ich hör so ein komisches Pfeifen, dass du das aushältst, kannst du dich bei sowas überhaupt konzentrieren? Duschgel in den Bässen. Fahrstuhl zum Dinnerlight und Sundy-Monday-Tuesday-Chill-Outs, am Donnerstag dann an den Tresen, welchen diesmal? Wir sitzen im Büro. Unter Kopfhörern, der letzte Zuschuss Anarchie in Megahertz For You ! Es driftet. Fliegende Teller gesichtet. Fäuste geballt in Hosentaschen. Der Nachbar dem Nachbarn mit Kaugummi antwortet, unter den Tisch geklebt.

Jazz Alben Favourites 2004
Jazz Alben Favourites 2004 playlist
Jazz Alben Favourites 2005
Jazz Alben Favourites 2004 playlist
Jazz Alben Favourites 2007
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Als wäre es erst gestern gewesen – auch zuhause nun, da Social Media gewinnt und du niemandem verraten darfst, dass du dort heimlich Menschen suchst, weil die im Büro wirken wie Maschinen. Was sie so hören, geben sie nur widerwillig bekannt, in Social Media hören sie Coldplay, Robbie Williams und Seal – auch Punk und andere Kettcars, die Hinweise auf Jazzmusik werden zur Kenntnis genommen, mehr nicht, die aus Napster & Co zusammenkopierten Playlists ergeben Freestyle und Beliebiges, es hat sich rumgesprochen, dass Musik so etwas sein kann wie kontemplatives Selbst-Berauschen, Persönlichkeitsstudien verbieten sich, es sei denn, du triffst auf einen, der Radiohead sagt, aber Bob Dylan meint.

Jazz Alben Favourites 2007
Jazz Alben Favourites 2007 Playlist
Jazz Alben Favourites 2008
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Jazz Alben Favourites 2009
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Jazz = Radiohead und hin und wieder ein neuer Name, kriegst du inzwischen frei Haus und per Zufallsgenerator, sie nennen es KI, es ist und bleibt bei der Menge, die sichtbar wird, Zufall +plus. Das +Plus bist du selbst, der wegzappen oder hinzappen kann. Von dem ist auszugehen, es folgt der Beliebigkeit die Beliebigkeit und Paul Feyerabends Anything Goes (mach was du willst) bekommt inzwischen fatalistische Zusätze: lass dich nur verführen, entführen und entschlüssele dein Ich nicht zu sehr im Sinn der eigenen Darstellung, sondern entlang der Grenzen, die dir gesteckt werden und die dir innewohnen, versuch es, wenn, mit gewaltfreier Sprache noch einmal zum Ausdruck zu bringen, deine Ratlosigkeit bezüglich der vielen Ratschläge.

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Jazz Alben Favourites 2010
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Sungjaen Sun 1200x625
Jazz Alben Favourites – Sungjae Son

Außerdem im Gespräch: Die Sammlungen der Jahre. Die unterschiedlichen Coverentwürfe für die Jahressammlungen, Playlists und andere. Problem nur: Zeit wird knapp. Es lauert hinter jedem Vorschlag der nächste Zeitfresser, das Andere ergibt sich wie von selbst, auch wenn hin und wieder jemand ruft: Haltet den Dieb, das ist von mir. Die ganzen Kämpfe ums Original, siehe oben.

Mit bestem Dank für den Besuch dieser Website, solange es noch möglich ist.

Gerne verlinke ich auch auf meine Berlin Abteilung A-Z. Eine alphabetische Aufstellung vieler Musikerinnen und Musiker aus Berlin. Sicher nicht vollständig, ein Anfang aber ist gemacht.

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