Jazz Albums Review 2021 Berlin

Jazz Albums Review 2021 Berlin

Braucht man wohl nicht vertiefen – dieses Jahr war für den Jazz in der Stadt eine Katastrophe – es mag ja sein, dass einige Clubs und Clubbetreiber von Staatswegen abgefangen wurden und sogar mit Gewinn aus diesem Jahr gehen (auch das gilt sicher für die wenigsten (sic!) – für die Musikerinnen und Musiker sieht das erst recht alles andere als gewinnbringend aus, da sie nicht selten vor Amt und Würden darstellen müssen, dass und wie sie Musik machen für Brot und Kruste.

Berlin Jazz - A wie Abdul-Khaliq bis Martin Auer

Jazzwoche Berlin #3 DISKURS: „Digitale Transformation der Medienlandschaft“

Es diskutieren: Berthold Seliger, Publizist (u.a. „Das Geschäft mit der Musik“ 2013, „Klassikkampf“ 2017, „Vom Imperiengeschäft“ 2019) und seit über 33 Jahren Konzertagent, Beat Halberschmidt, Stefanie Marcus (Traumton) Moderation: Uli Kempendorff, Musiker und Dozent

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Nehmen wir den Sommer – Jazztage Berlin – was eine Farce : da sitzt ein Kultursenator auf dem Schiff mit ausgewählten Jazzfreunden, im Livestream hörst du dann von der prekären Lage und musst erstaunt mit ansehen, dass da nie mehr als 10 Zuhörerinnen auf der anderen Leitungsseite sitzen, gleich auch erzählt uns der freundliche Herr, der seine Schäfchen im Trockenen hat, wie sehr sich Streamingdienste mit dem Prekariat der Musikerinnen vereinen lassen, während die Label-Inhaberin von Traumton händeringend um Hilfe ruft, es allein die Macht des Stärkeren ist, die triumphiert – anderes Beispiel: Christopher Dell rastet fast aus – die Moderatorin weiß das abzufedern, am Ende sind sich alle einig: indem sie so tun, als gäbe es nichts anzumerken –

Andromeda orchestra Absiko Lights

Jazzwoche Berlin #3 – DISKURS: „Institutionalisierung zum Aufbau von Resilienz im Bereich des Jazz“

Es diskutieren: Kornelia Vossebein, Projektleiterin, Kuratorin und Beraterin Gregor Hotz, Geschäftsführer des Musikfonds e.V. Christopher Dell, Musiker, Komponist und Städtebau- und Architekturtheoretiker Moderation: Shelly Kupferberg, freie Redakteurin und Moderatorin u.a. bei rbbKultur

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Nehmen wir das Beispiel Jazzfest Berlin – eine durchweg gelungene Veranstaltung mit Schaltungen nach Kairo, Sao Paolo und Johannesburg, allein dass da irgendetwas in den Zeitungen erscheint: Fehlanzeige. (Ich konnte Dietrich Diederichsen in der Taz ausfindig machen und im Tagesspiegel war es Gregor Dotzauer eine Schlagzeile wert – und der Bayrische Rundfunk Abteilung Klassik (sic!) äußerte sich ein Echtheitsbeleg deutschsprachiger Kunst- und Kulturvermittlung.)

verhoovensjazz berlin for C

Das Berliner Jazzfest auf einen Blick – On Demand – im Gespräch – Jazzfest Berlin
Konzerte auf Arte

Jazzfest Berlin auf Arte

Es bleibt Jazzaffinen nur, auf eigene Faust durch die Reihen der Neuerscheinungen zu stolpern und hier und da etwas ausfindig zu machen, was es vielleicht auch in zwei Jahren noch zu hören lohnt: das muss man der Branche lassen: entgegen aller Unkenrufe von der Ressourcenverknappung bis zur Preissteigerung, im Jazz kann man von Unknappheit oder Überproduktion sprechen, wem willst du es verdenken – eh das Schiff untergeht, schnell noch eine Scheibe produziert.

2021 – ein weiteres Jahr, in dem Corona dem Jazz einen Strich durch die Rechnung macht – gleicher Text wie letztes Jahr: es scheinbar noch mehr Neuerscheinungen gab und wer ohne Kompass dasteht, sieht hunderte an Covers, hat aber nach wie vor nur ein Ohr. Deswegen ich [für mich] beschloss, ein paar übergeordnete Kategorien zu führen: Land, Jahr, Name – ausgehend von Berlin – dem folgen in weiteren Reviews Deutschland, die Schweiz, Österreich, Polen, Frankreich, Belgien, die Niederlande, die nordischen Länder, die Mittelmeerküste entlang mit Sprung über den Teich: USA, Canada, Süd-Amerika (Mexiko, Brasilien, Cuba) bis nach Asien Australien – Last But Not least Afrika, explizit Süd-Afrika.

Ausgangspunkt wie immer der Lokalkolorit, der Kreis um Berlin:

Jazz Albums Review 2021 Berlin eine Auswahl

Hans Anselm Quintett Room Scope Moon
Hans Anselm Quintett Room Scope Moon

Hans Anselm Quintett Room Scope Moon
Gabriel Rosenbach (tp), Benedikt Schnitzler (g), Anna Wohlfarth (p), Arne Imig (b), Johannes Metzger (dr) neue Berliner Formation bei einem Bremer Label

Hans Anselm Quintett Website

Leléka Sonce U Serci
Leléka Sonce U Serci

Leléka Sonce U Serci
Viktoria Leléka (voc), Povel Widestrand (p), Thomas Kolarczyk (b), Jakob Hegner (dr) – eine faszinierende Kulturreise Leléka Webseite

Koma Saxo LIVE
Koma Saxo LIVE

Koma Saxo LIVE
– Das Berliner Aushängeschild, in dem kein Berliner spielt – Petter Eldh (b), Otis Sandsjö (sax), Jonas Kullhammar (sax), Mikko Innanen (sax), Christian Lillinger (dr) Produced by Petter Eldh

Koma Saxo Website

Bobby Rausch Hidden
Bobby Rausch Hidden

Bobby Rausch Hidden
– Den Sound aus den Bässen heben und den Club zum Beben bringen: Lutz Streun (cla) Oleg Hollmann (sax), Jürgen Meyer (dr)

Tilo Weber Faun Renaissance
Tilo Weber Faun Renaissance

Tilo Weber Faun Renaissance
– Die Musik historisch betrachtet und leise konfrontieren: Claudio Puntin (cla), Richard Koch (tr), James Banner (b), Tilo Weber (dr)

Tilo Weber Website

Fabia Mantwill EM.Perience
Fabia Mantwill EM.Perience

Fabia Mantwill EM.Perience
– Orchesterjazz – Jazzalbum der Woche beim NDR im Mai 2021

Fabia Mantwill Website

Aki Takase Isn't it romantic?
Aki Takase Isn’t it romantic?

Aki Takase Isn’t it romantic?
Eine Berliner Instanz, Aki Takase (p) trifft auf eine Berliner Instanz, Daniel Erdman (sax)

Aki Takase Website Daniel Erdmann Wikpedia

Monoglot Resonance
Monoglot Resonance

Monoglot Resonance
– Basel – Berlin – Reykjavik, eine Mischung aus Jazz, Rock und Minimal Music: Kristinn Smári Kristinsson (g), Fabian Willmann (sax), Sebastian von Keler (sax), Valentin Link (b), Michael Heidepriem (dr)

Monoglot Website

Marriage Material Marriage Material
Marriage Material Marriage Material

Marriage Material Marriage Material
Felix Lehrmann (dr), Thomas Stieger (b), Raphael Meinhart (vib), Arto Mäkelä (g) kraftvoll satter Fusion-Sound

Marriage Material Website

Lukas Akintaya Hues
Lukas Akintaya Hues

Lukas Akintaya Hues
Jeremy Viner (sax), Keisuke Matsuno (g), Simon Jermyn (b), Elias Stemeseder (synth), Billy Drewes (sax), Lukas Akintaya (dr) Jazz im Umbruch von Berlin nach New York

Lukas Akintaya Website

Stephan-Max Wirth Berlin Live
Stephan-Max Wirth Berlin Live

Stephan-Max Wirth Berlin Live
Stephan-Max Wirth (sax), Jaap Berends (g), Florian Hoefnagels (dr), Bub Boelens (b) – treibend unwiderstehlich, eine Live-Aufnahme die mehr Aufmerksamkeit verdient hat

Stephan-Max Wirth Website

Edi Nulz - Meganan Siegmar Brecher
Edi Nulz – Meganan Siegmar Brecher

Edi Nulz – Meganan Siegmar Brecher (Cla), Julian Adam Pajzs (g), Valentin Schuster (dr) Die Kombination aus Rock, Jazz, Crunch und Prog im Wandel vom Elementarteilchen nach einem Zwischenfall zum brav besaiteten aber unberechenbaren Ausbruch trotz es allen Konventionen und spielt sich und Publikum frei. Wilde Zeiten.

Jazz Albums Review 2021 Berlin – Berlin Sao Paolo Johannesburg

ARTE MEDIATHEK

Ich verweise auf die Arte Mediathek und empfehle insbesondere drei Konzerte, es war außerdem ein gutes Zusammenspiel zwischen Berlin und Johannesburg, Sao Paolo und Kairo – empfehlenswert mit Auszeichnung:

  1. Koma Saxo: Petter Eldh, double bass, Otis Sandsjö saxophone, Jonas Kullhammar saxophone, Mikko Innanen, saxophone, Christan Lillinger drums
  2. Maria Portugal: Maria Protugal drums, Joana Queiroz clarinet, Maria Beraldo clarinet, Chicao keybords, Ricardo Mosca mixing, Insiranomeaqui video direction, Carlos Freitas mastering
  3. Trickster Orchestra: mit Cymin Samawatie vocals, piano – Mona Matbou Riahi clerinet, Maoko Kikuchi kot, Taiko Saito vobraphone, Anil Eraslan, violoncello, Milian Vogel, Bass vlarinett, electronics, Ralf SChwarz, double bass, Ketan Bhatti Drums, Roman Hagenbrock visuals https://www.arte.tv/de/videos/100319-029-A/tomas-fujiwara-s-triple-double/

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