Jazz from Belgium Review 2021

Jazz from Belgium Review 2021

Schon seit einiger Zeit, geschätzt drei Jahre, entwickelt sich eine eigene Vorliebe für die Jazzszene Belgiens. Es ist zum einen sein vollzogener Generationenwechsel, die Musiker und Musikerinnen sind inzwischen durchweg nicht als alt, weiß oder überheblich zu bezeichnen, sondern jung, und: was im Eigentlichen stimmungsvoll nachhallt: rhythmisch, technisch versiert, groovy und melodisch, bei stark pulsierendem Bass und intensivem Druck.

Warum ausgerechnet belgische Musikerinnen und Musiker so viel Drive entwickeln und so wenig Berührungsängste mit Pop, Rock, Techno oder Folklore zeigen, ist mir vor dem Hintergrund vieler universitärer Fragen trotzdem noch ein Rätsel – dem ich gern nachgehen will.

Einen historischen Abriss findest du auf Wikipedia, die gesamte Vielfalt auf der Website Jazzinbelgium mit hier allerdings fast charmant altmodischem Design, irgendwie Back to the Roots und aber mit allen Informationen von Ausbildungsstätten über Festivals und Veranstaltungen und einer umfangreichen Musikerinnenliste von A- Z. Dem angefügt gleich noch eine mächtige Website unter belgienjazz.be. Die Stadt Brüssel bietet eigens jazz.brussels an. Damit nicht genug: Die Jazzstation.be belegt eindrücklich, dass die Akzeptanz für Jazz und Weltmusik in Belgien einfach höher sein muss als in unseren Breiten.

Zugegeben, mein Blick ist der eines Außenstehenden und nicht so bewandert mit all den Namen aus Belgien, im Stammhirn sind Django Reinhardt und Toots Thielemans vorrätig, aber Mélanie De Biasio oder Antoine Pierre oder Taxiwars und selbst die Poprock-Formation Balthazar kenne ich noch nicht allzu lange. Ein kurzer Quereinstieg in die Jazzszene des Landes aber und du kommst nicht umhin, dir verwundert Augen und Ohren zu reiben.

Zwei weitere Links: Das Conservatorium in Brüssel und als Beispiel für einen Jazzclub der Hotclub in Gent.

Jazz from Belgium Review 2021

De Beren Gieren

De Beren Gieren Less is endless – Fulco Ottervanger (p), Lieven Van Pée (b), Simon Segers (dr) – Unverkennbar der Einfluss von Miles Davis aus seiner Fusionzeit

Bram de Looze

Bram de Looze Vice Versa – Bram De Looze (p), Eric McPherson [US] (dr), Felix Henkelhausen [DE] (b) klassisch moderne Modulation mit drei herausragenden Musikern, als hätten sie schon immer zusammengespielt, bestes Timing und Virtuosität machen die Aufnahme in ihrer Klasse konkurrenzlos.
Bram de Looze Website

Eskina

Eskina We were the Moon – Merel van Hoek (g), Kellen McDaniel (vio), Berber Heerema (cel), Joop de Graaf (b) Mischa Porte (dr)
Eskina Website

eve beuvens

Eve Beuvens Inner Geography Piano Solo

Piano Solo Eve Beuvens Website

vaague

Vaague Vaague –

Antoine Pierre  – drums & electronic | Nils Houtteman – light show – schon die Live-Aufnahme Suspended aus dem Jahr 2020 war auf meinem Blog Programm, eine Miles Davis Reminiszenz mit enormen Spielraum – hier nun eine Corona Aufnahme – Pierre allein mit seinem Equipement nicht weniger raumgreifend.

Website Antoine PIerre Vaague

the brums

The Brums No Encore – Antoine Dawans (tr), Clément Delchambre (sax) Adrien Lambinet (tromb), Alain Deval (dr) die Hashtags experimental, groove und jazz sagen auch: das hier bewegt sich in die Grenzbereiche elektronischer Avantgarde vor, was sich in Bands wie Bobby Rausch aus D oder Shake Stew wiederfinden lässt.


don kapot

Don Kapot Hooligan – Giotis Damianidis (b), Viktor Perdieus (sax), Jakob Warmenbol (dr) Was im ersten Saxophonton erklingt, ist für viele schon ein Grund, das Fenster zu schließen, hier wird es zum Opener für einen Parforceritt durch Kraut Rock, Punk, Funk und Jazz, ein Cocktail, der alle Genregrenzen durchbricht.

Paard danki

Paard danki – Wim TJ Segers (vib), Owen Perry Weston (b), Sigfried Burroughs (dr) – und wieder der tiefergelegte Bass als Vorgabeelement für Drive, Tempo und Ausrichtung. Schon verständlich, dass das Livepublikum dem nicht mehr ausweichen kann. Wahrscheinlich muss eine Altersgrenze gesetzt werden. Ab 50 Herz kein Einlass.

echoes of Zoo

Echoes of Zoo Breakout – Falk Schrauwen (dr), Lieven Van Pée (b), Bart Vervaeck (g), Nathan Daems (sax, dr) und gleich noch so eine Formation – die so gar keine Berührungsängste hat mit den anderen Gesprächsfeldern der Musik, frisch, frech, pulsierend und stürmisch. Das räumt ab.

bram weijter

Bram Weijter The Return – Bram Weijter (p), Jazz-Rock und Fusion aus den 70igern aufregend neu interpretiert, ein Crossover ablesbar an den Titeln von Philip Catherine bis Palle Mickelborg, klingt wie Miles in bester Spiellaune

dans dans zink

Dans Dans Zink – Fred Lyenn Jacques (b), Steven Cassiers (dr), Bert Dockx (g)

Otto Kintest

Otto Kintet Pico – Otto Kint (b), Martin Salemi (p), Lukas Somers (g), Jeroen Capens (sax), Daniel Jonkers (dr)

steiger - the new lady llama

Steiger The new Lady Llama – Gilles Vandecaveye-Pinoy (p), Kobe Boon (b) and Simon Raman (dr) Geschichtenerzähler-Robotnics oder Nachtschwärmer-Absolution oder aufgedreht und weg.

echt ! inwane

Echt! Inwane – Federico Pecoraro (b), Dorian Dumont (p), Martin Méreau (dr) en Florent Jeunieaux (g) – Techno-Jazz mit jenem treibenden oder wummernden Bass, der mir fast schon Zeichen und Soundmerkmal zu sein scheint für belgische Formationen.

catherine graindorge

Catherine Graindorge – Eldorado Catherine Graindorge (vio), unter den Hashtags Alternative, atmospheric post-rock geführt, John Parish played various instruments on the album, including the guitar on the homage “Eno.” Es dürfte Brian Eno gemeint sein, würde also Hashtag Ambient noch passen.

Weitere Namen gerne auch nachgereicht oder auf weiteren Jahresrückblicken. Später mehr. In der Pipeline dürfte Lara Rosseel (b) sein, Single Auskopplung A l’ouest liegt schon vor. Ebenso die Singleauskopplungen des Sextetts John Ghost mit Frontman Jo De Geest.

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Clemens Verhooven

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