Davis Coleman Brubeck Mingus Jazz Alben von 1940 – 1959

Davis Coleman Brubeck Mingus – Jazz Alben von 1940 bis 1959

Schon eigenartig: Im Netz tun sie so, als interessierten sie sich nicht für Jazz und schaust du dir die Listen der Großaccounts in Sachen Jazz an, versammeln sich nicht selten fünfstellige Nutzerzahlen – und verbreiten untereinander die Topoi der 50iger Jahre, hier scheinen sie sich einig, sie spielen die Timelines rauf und runter, was das Ohr längst kennt, von Cannonball Adderley über Miles Davis zu Lennie Tristano

– ausgetretene Pfade möchte man behaupten, und doch ist es für Einsteiger des Jazz oft nicht leicht, sich zu orientieren – denn einer sichtbar gemeinsamen Aversion gegen eine Musik, die sie an ihre schlimmsten Hörerlebnisse erinnert bis hin zur völligen Vereinsamung beim Hören von Albert Ayler, tun sie nicht selten so, als sei das alles Avantgardisten-Musik, deren Geheimnisse sich erst erschließen, wenn man sich von allem abgewendet hat und als einziger unter seinem Kopfhörer einschläft –

oder wie John Coltrane, der sein Saxophon mit ins Bett nahm und noch zwei drei Kadenzen spielte, um unter ihnen einzuschlafen.

Warum nun dieser Artikel: nun, du wirst es schnell sehen – die Zeit um ca 1942 (mit Charlie Parker) bis 1959 (Miles Davis produziert die Jahrhundertplatte Kind of Blue)kann wohl als die Agilste der Jazzgeschichte bezeichnet werden mit eingängigen (Miles) bis ausgefallenen Aufnahmen (Coltrane) – hier nun im Zeitraffer die Fünfziger überflogen, btw. Es waren die Jugendjahre der eigenen Eltern

Und: bedenke – Europa im Krieg, in New York spielen sie den für seine Zeit ungewöhnlichen Bebop-Jazz – die Frage ist erlaubt: aus welcher Sicht heraus entsteht Geschichte, hier Jazzgeschichte im Verhältnis zur Weltgeschichte. Bedenkst du noch Tempi, Modulation, den Expressionismus am Saxophon, bist du schnell auch bei Unruhe, Unsicherheit, Maschinengewehr – es zu untersuchen lohnt, inwiefern Jazz nicht nur Unterhaltungsmusik war oder ist. Oder doch im Kontext steht – was gleich auch die Perspektive von Geschichtsbetrachtung andeutet. Gäbe es Zeit umsonst, ich würde sie mir nehmen dafür: das jenseits der persönlichen Betrachtung aufzulösen.

– : wenn im Tagebuch der Mutter steht, dass ihre Lieblingsmusik Jazz war, und sie Klaus Doldinger damit meint, muss etwas „übertönt“ worden sein im Deutschland der Nachkriegsjahre – denkst du – was eine Mischung. Einerseits Beethoven, andererseits Klaus Doldinger – es kann sich nur um die beiden Platten – Jazz Made in Germany (1963), Doldinger live at Blue Note Berlin (1963) gehandelt haben – bis zu dem Zeitpunkt muss etwas dagewesen sein, was Doldinger „Jazz Made in Germany“ aussprechen lässt …

Es scheint sogar einen Anspruch zu geben: BluesToosy oder Blues for George oder I didn’t know what time it was – Jazz made in Germany.

Wie geht man das an – chronologisch, historisch – und vor allem – viel Zeit bräuchte es, und: eine eigene Jazzgeschichte schreiben, unmöglich – es gibt mehr als genug (wo?) – das hier soll Made in Germany auch mir einen Kurzüberblick im Zeitraffer liefern – Vertiefung ist an anderer Stelle notwendig. Ich dreh mal lauter:

 

Davis Coleman Brubeck Mingus Miles Davis – Kind of Blue

Columbia 

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englisch
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Miles Davis
(t), John Coltrane (ts), Cannonball Adderley (as), Wynton Kelly (p), Bill Evans
(p), Paul Chambers (b) and Jimmy Cobb (d). Rec. 1959

IDEE: Wer hat das Design der Cover gemacht?

Kind Of Blue (Legacy Edition)
Miles Davis
Kind Of Blue (Legacy Edition)
Miles Davis
Miles Davis - So What (Official Video)
Miles Davis – So What (Official Video) YOUTUBE

Coverdesign – Ursprung und Designer

  • Das ursprüngliche Cover des Albums (1959) stammt von S. Neil Fujita, der anstelle einer Malerei eine klassische Schwarz-Weiß-Porträtfotografie von Jay Maisel auswählte. Davis bestand auf einem Foto, weshalb Fujita ein Bild verwendete, das Maisel beim Auftritt im Apollo Theatre aufgenommen hatte de.wikipedia.org
  • Jay Maisel’s intime Aufnahme von Davis, in gedämpftem Licht und nahe am Instrument, erzeugt jene melancholische, fast blaue Stimmung, die perfekt zum minimalistischen, modalen Jazz des Albums passt .

Wikitext: Albumcover

Der Designer des Covers, S. Neil Fujita, hatte ursprünglich vorgehabt, einen Künstler ein Gemälde für Kind of Blue schaffen zu lassen, doch Miles Davis habe darauf bestanden, dass eine Fotografie benutzt wird. Fujita verwendete daraufhin ein Bild, das Jay Maisel bei einem Auftritt im Apollo Theater gemacht hatte.

Auf dem Original-Cover wird Julian Adderleys Name falsch wiedergegeben (Adderly). Erst auf der CD-Neuausgabe von 1997 wurde der Name richtig geschrieben. Ursprünglich wurden die Titelnamen von All Blues und Flamenco Sketches verwechselt, so dass auf den ersten rund 50.000 Exemplaren das Album mit All Blues aufhörte. Der Begleittext zur LP wurde von Bill Evans geschrieben.

Als das Album 1986 in der Reihe Columbia Jazz Masterpieces auf CD veröffentlicht wurde, bekam es ein Cover mit einem Foto verpasst, das deutlich später aufgenommen wurde, wie unschwer an Davis’ Kleidung zu erkennen ist. Außerdem wurde es gespiegelt, so dass Davis darauf seine Trompete als Linkshänder spielt.

Wohl die meistverkaufteste Aufnahme in der Sparte Jazz, man kann auch sagen: eine zeitlose Aufnahme, ein melancholisches Meisterwerk des modalen Jazz. Am Ende des Jahrtausends steht sie ganz oben auf den Best-of-Listen und schiebt so manche Rock- und Pop- Aufnahme an den Rand oder in den Schatten. Auch: Ein prima Einstieg: gleich die ersten dei Akkorde machen einen Groove, der treibt die gute Laune, die anderen kennen dein Geheimnis nicht – einfach im Aufbau – wirkungsvoll.

Gespielt von den Großmeistern ihrer Zeit, Trompeter Davis, die Saxophonisten John Coltrane und Cannonball Adderley, die Pianisten Bill Evans und Wynton Kelly, der Bassist Paul Chambers und der Schlagzeuger Jimmy Cobb.

Die Aufnahme gleich auch von so hohem Stellenwert, kaum einen Musiker wirst du treffen, der sich über sie abschätzig oder peinlich berührt zeigt, sie alle: Quincy Jones, Herbie Hancock und und und … sehen in der Aufnahme eine Zeit, da die Musik dick geworden ist, wie Miles Davis sagte.

Kind of Blue ist die Quintessenz des Jazz

Davis Coleman Brubeck Mingus Dave Brubeck – Time Out

Time Out
Dave Brubeck
Time Out
Dave Brubeck
Dave Brubeck - Take Five
Dave Brubeck – Take Five YOUTUBE

Designer & Entstehung

  • Das Artwork stammt von Sadamitsu „S. Neil“ Fujita, einem renommierten Grafikdesigner bei Columbia Records (1954–60). Er gestaltete zahlreiche Jazz- und Buchcover jener Ära (musicaficionado.blog, en.wikipedia.org).
  • Brubeck wollte ursprünglich ein Bild von Joan Miró für das Cover – die Erlaubnis war jedoch nicht rechtzeitig zu bekommen. Daher übernahm Fujita’s abstraktes Gemälde .

Gestaltung & Aussag

  • Fujitas Design kombiniert geometrische Formen mit organisch wirkenden Farbverläufen, vorherrschend Blautöne, die die musikalische Stimmung widerspiegeln .
  • Diese abstrakte Ästhetik harmoniert perfekt mit Brubecks Thema ungewöhnlicher Taktarten (wie 5/4 und 9/8) und der experimentellen Jazzsprache des Albums (dizzyartjazz.blogspot.com).
  • Der obere weiße Titelstreifen mit schwarzer, klarer Typografie („The Dave Brubeck Quartet / Time Out“) sorgt für Balance und zeitlosen Look.

Kontext innerhalb der Serie

  • Fujita war Pionier, abstrakte Kunst bewusst für Albumcover zu nutzen – Jazz forderte seine kreative Übertragung in visuelle Sprache.
  • Später setzte Brubeck auf echte Kunst auf den Covern: Time Further Out zeigt ein Miró-Gemälde, Countdown und Time Changes greifen auf andere Maler zurück.

Wirkung & Bedeutung

  • Das Cover ist ikonisch: Es spiegelt visuell das Klangkonzept – strukturiert, modern und zugleich organisch.
  • Kritiker sehen es als Meilenstein im Design: Brücke zwischen modernen visuellen Künsten und Jazzmusik der 50er .
  • Der Erfolg von Time Out (erstes Jazz-Millionen-Album, mehrfach zertifiziert) wird auch dem mutigen visuellen Auftritt zugeschrieben.

Kurzprofil – S. Neil Fujit

  • Geboren 1921 in Hawaii, Studium, Nisei, interniert im Zweiten Weltkrieg, diente bei 442nd Regiment, später Ausbildung in Grafikdesign.
  • Führte bei Columbia das Konzept künstlerisch gehaltvoller Cover ein – Arbeit für Miles Davis, Charles Mingus u. a. (de.wikipedia.org).

Fazit

  • Coverdesign: Abstraktes, expressives Gemälde von Fujita – visuelle Entsprechung der rhythmischen Innovation in „Time Out“.
  • Typografie & Layout: Klar, elegant, modern – zeitlos und passend zur Musik.
  • Einordnung: Ein Vorbild für viele Jazz-Releases, Verknüpfung von Bild- und Musikinnovation.

Davis Coleman Brubeck Mingus Charles Mingus – Ah Um

Cover Design: Artwork [Cover Painting] – Sheil Fujita* S. Neil Fujita – Bürgerl. Name: Sadamitsu FujitaProfil: In-house visual artist at Columbia Records from 1954 through to 1960. Best known for this artwork on the legendary 1959 release of Time Out.

AH UM - 50th Anniversary (Legacy Edition)
Charles Mingus
AH UM – 50th Anniversary (Legacy Edition)
Charles Mingus
Charles Mingus - Goodbye Pork Pie Hat - Live At Montreux (1975) [9-12]
Charles Mingus – Goodbye Pork Pie Hat – Live At Montreux (1975) [9-12] YOUTUBE

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John Handy – alto sax (1, 6, 7, 9, 10, 11, 12), clarinet (8), tenor sax (2)[21] Booker Ervin – tenor sax Shafi Hadi – tenor sax (2, 3, 4, 7, 8, 10), alto sax (1, 5, 6, 9, 12) Willie Dennis – trombone (3, 4, 5, 12) Jimmy Knepper – trombone (1, 7, 8, 9, 10) Horace Parlan – piano Charles Mingus – bass, piano (with Parlan on track 10) Dannie Richmond – drums Rec. 1959

Designer & Entstehung

  • Entworfen wurde das Cover vom legendären S. Neil Fujita, Chefdesigner bei Columbia Records ab 1954 – ein Pionier, der abstrakte Kunst und Fotografie für Jazz-Covers einführte (culturedarm.com).
  • Den Mut zur Farbe und Abstraktion übernahm er bewusst aus Einflüssen wie Bauhaus, Kandinsky und japanischer Ästhetik .

Gestaltung & Symbolik

  • Das Cover zeigt eine farbige abstrakte Komposition mit geometrischen Formen in warmen Rot-, Braun- und Ockertönen – ein visuelles Echo auf Mingus’ musikalische Vielfalt und Emotionalität .
  • Genau wie Mingus durchbricht die Musik Grenzen und bewegt sich zwischen Gospel, Blues, politischer Botschaft und Hommage – das Design spiegelt diese dynamische Mischung wider (de.wikipedia.org).

Produktion & Nachwirkungen

  • Ursprünglich als gemaltes Kunstwerk von Fujita auf dem Frontcover, begleitet von klarer Titelschrifttype im oberen Streifen (Titel und Trackliste) .
  • Der Stil inspirierte später zahlreiche Neuauflagen und Merchandising-Artikel – etwa Kunstdrucke vom Spoke Art Studio, die Fujitas Original bearbeiten oder zitieren (spoke-art.com).

Bedeutung & Einordnung

  • Avantgardistische Design-Pionierleistung: Fujita reagierte auf Blue-Note-Designs (Reid Miles, Francis Wolff) mit eigenständiger, farbiger Abstraktion – er wollte visuellen Ausdruck für die Experimentierfreude des Jazz bieten (albumism.com).
  • Milton Glaser lobte Fujita: eine Synthese aus Bauhaus-Prinzipien und japanischer Sensibilität.
  • Mingus Ah Um gilt bis heute als Musterbeispiel dafür, wie visuelle Kunst und Jazz-Ästhetik Hand in Hand gehen können (culturedarm.com).

Davis Coleman Brubeck Mingus Ornette Coleman – The Shape of Jazz to Come

The Shape Of Jazz To Come
Ornette Coleman
Davis Coleman Brubeck Mingus Coleman
Davis Coleman Brubeck Mingus Coleman

The Shape of Jazz to Come von Ornette Coleman, veröffentlicht 1959:

Designer & Fotografie

  • Das Cover entstand unter der Leitung von Marvin Israel, einem renommierten Artdirector bei Atlantic Records, der auch Gastauftritte bei anderen Free‑Jazz-Produktionen hatte (fontsinuse.com).
  • Das zentrale Motiv zeigt Ornette Coleman mit seiner Grafton-Plastiksaxophon, fotografiert von William Claxton .

Visuelle Gestaltung & Symbolik

  • Das Foto platziert Coleman mittig vor einem intensiven rot/orange-farbenen Hintergrund – eine unmittelbare, fast confrontative Bildwirkung, die die revolutionäre Musik widerspiegelt .
  • Der serifenlose Albumtitel in sattem Rot oben auf Weiß wirkt prägnant und modern, unterstreicht Colemans kühne Klangvision (pitchfork.com).

Inhaltliche Ansage im Design

  • Das Cover spiegelt die musikalische Abkehr von traditionellen Harmoniemustern wider – ebenso dringend und nicht traditionell wie Colemans harmolodisches Individuum.
  • Das Bild zeigt ihn sich im Moment befindend, ganz gegenwartig – passend zur Idee eines Jazz ‚in the moment‘ (discogs.com).

Kulturerbe & Nachwirkung

  • Sein Debüt bei Atlantic markiert einen kulturellen Bruch – visuell und musikalisch – und prägte die Wahrnehmung von Free‑Jazz als revolutionäres Statement (newyorker.com).
  • Die Covergestaltung ist heute auch Teil von Design- und Jazzarchiven – teils wegen der Grafton-Saxophon-Ikone, teils für die expressive Farbwahl (modip.ac.uk).

Ein Cover, das in wenigen visuellen Elementen (kräftiges Foto, moderne Typografie, starke Farbe) den radikalen Klang und die Haltung von Ornette Coleman reflektiert – ein echtes Design-Meilenstein im Jazz.

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Ornette Coleman – alto saxophone Don Cherry – cornet Charlie Haden – bass Billy Higgins – drums Rec. 1959