Adam Forkelid – Turning Point

Adam Forkelid – Turning Point

Adam Forkelid – Turning Point

Adam Forkelid – Turning Point

Album release 03.05.2024
Adam Forkelid – piano
Carl Mörner Ringström – guitar
Niklas Fernqvist – double bass
Daniel Fredriksson – drums

Von der Vergänglichkeit wird erzählt, vom Wechsel der Geschehen wie Gefühle, als Erinnerung, die trügerisch sein kann, als Orientierung, was einmal war, was wird, was ist. Sie spielten diese Aufnahme an nur einem Tag ein – ein ganzes Leben an einem Tag oder wie im Kino derzeit Zwischen uns das Leben, übertragen auf die Aufnahme: dieser Tag hatte seinen Vorlauf, seine einmonatige Vorbereitungszeit, jetzt ist er festgehalten: zwischen und mit all dem, was auf einen abwechslungsreichen Lebenslauf hindeutet.

Es fällt die technische Versiertheit von Carl Mörner Ringström an der Gitarre auf – im Zusammenspiel mit Forkelid am Klavier haben wir vordergründig zwei Klangkörper, zwei fingerfertige Artisten auf ihren Instrumenten, aber hintergründig das Zusammenwirken all dessen in Arrangement und Komposition als Ausdruck der Lebenserfahrung und ihres Fundus. Auf was sie sich im Vorfeld einen Monat lang konzentrierten, um es an einem Tag aufzunehmen, eine Darstellung, auf die du häufiger stoßen wirst: eine abstrakte Formel vielleicht für das Erfassen und Zusammensetzen einer jeden Biografie: Ein Leben, ein Monat, ein Tag. Darin sich die Spuren abzeichnen. Die Wiederholungen, die Brüche, die offenen Fragen. Was gewesen wäre wenn.

Adam Forkelid ist Insidern bekannt seit mehr als zwanzig Jahren: über die fleißigen Botschafter schwedischer Jazzspielarten im Zusammenwirken mit Magnus Öström, Dan Berglund, Nils Landgren, Peter Asplund und Viktoria Tolstoy. Über die Formationen Das Trio Lekverk, Das Quartett Pace, Das elektroakustische Quintett Soundscape Orchestra, oder über Nórdico. Es dürfen in der Reihe nicht fehlen: Karin Hammar, Maria Schneider, Anne Mette Iversen und Marilyn Mazur. Eine Vita, ein ausgefülltes Lebenswerk, ein Gesamtkunstwerk – trotzdem stellen sich die Fragen.

Der Titel Turning Point setzt auf Veränderung, auf Wechsel, auf Besinnung oder Innehalten. So sitzt er auf dem Cover nachdenklich in sich gekehrt und lässt vermuten, dass es viel mehr gibt, als das, was die Titel andeuten: Strive wie Bestreben, The Space Between für den Zwischenraum, das können Mehrdeutigkeiten in den Zwischenräumen sein, auch die verpassten Chancen, die über sich hinaus weisenden Mehrdeutigkeiten. No man’s Land steht als Metapher – dass dir alles nicht gehört, oder: dass es sich entleert, oder: dass es längst entleert ist. Du musst dich wieder bewegen Moving on. Schließlich die Baracke am Waldrand als The Old House, es könnte auch das Haus der Kindheit sein, schließlich sorge dich nicht in No Worries – weiter geht’s in Fragments – es sind die Kompositionen, die alles zusammenhalten und bündeln – oder glattziehen, manchmal zu schön, um wahr zu sein, dann wieder verhalten zurückgenommen, schließlich eruptiv in ganzer Orchesterstärke.

Ein Album, das sich der Fülle an lyrischen und stimmungsvollen Momenten bedient und dabei enorme Wucht entwickelt in den impovisierten Anteilen, kaum zu glauben, dass sich das Hier und Jetzt ohne Umwege auf Gestern Heute Morgen ausdehnen lässt und trotzdem für Konsistenz sorgt. So gespielt ist das Leben weniger vom Zufall, als von der Ideenvielfalt getragen. Eine weitere Wechselwirkung: Der Zufallszauber weicht dem schöpferischen Willen und erzeugt ein Werk, das Bestand hat über den einen Tag hinaus.

The Rocket
Svante Söderqvist, Calle Rasmusson, Adam Forkelid, Tuulikki Bartosik
The Rocket
Svante Söderqvist, Calle Rasmusson, Adam Forkelid, Tuulikki Bartosik
1st Movement
Adam Forkelid, Niklas Fernqvist, Carl Mörner Ringström, Daniel Fredriksson
1st Movement
Adam Forkelid, Niklas Fernqvist, Carl Mörner Ringström, Daniel Fredriksson
Cirkel
Adam Forkelid
Cirkel
Adam Forkelid

It tells of transience, of changing events and feelings, as a memory that can be deceptive, as a guide to what once was, what will be, what is. They made this recording in just one day – a whole life in one day or, as in the cinema, Between Us Our Life, transferred to the recording: this day had its run-up, its month-long preparation time, now it is captured: between and with everything that points to a richly varied course of life.

The technical expertise of Carl Mörner Ringström on the guitar is striking – in the interplay with Forkelid on the piano, we have two bodies of sound on the surface, two dexterous artists on their instruments, but behind the scenes the interaction of all this in arrangement and composition as an expression of life experience and their fund. They concentrated on this for a month beforehand in order to record it in one day, a representation that you will come across more often: an abstract formula perhaps for the recording and composition of every biography: a life, a month, a day. In which the traces emerge. The repetitions, the breaks, the unanswered questions. What might have been if.

Adam Forkelid has been known to insiders for more than twenty years, the hard-working ambassadors of Swedish jazz styles in collaboration with Magnus Öström, Dan Berglund, Nils Landgren, Peter Asplund and Viktoria Tolstoy as well as the formations The Trio Lekverk, The Quartet Pace, The electro-acoustic quintet Soundscape Orchestra, or Nórdico. Not to be missed in the series: Karin Hammar, Maria Schneider, Anne Mette Iversen and Marilyn Mazur. A full life’s work, a total work of art – yet the questions still arise.

The title Turning Point emphasises change, transition, reflection and pause. He sits introverted on the cover and suggests that there is much more than what the titles say: Strive as in endeavour, The Space Between for the space in between, not only ambiguities in the spaces in between, but also the missed opportunities, No man’s Land as a metaphor that everything does not belong to you, or: that it is emptying out, or: that it has long since emptied out. You have to moving on again. Finally, the shack on the edge of the forest as The Old House, it could also be the house of childhood, finally, don’t worry in No Worries – it continues in Fragments – it’s the compositions that hold everything together and bundle it – or smooth it out, sometimes too good to be true, then restrainedly withdrawn again, finally eruptive in full orchestral strength.

An album that makes use of the abundance of lyrical and atmospheric moments and develops enormous power in the improvised parts, hard to believe that the here and now can be extended without detours to yesterday today tomorrow and ensures consistency. Played out in this way, life is less driven by chance than by the diversity of ideas. Another interaction: the magic of chance gives way to creative will and produces a work that lasts beyond the one day.