Filip Dinev Romann

Filip Dinev Romann

Filip Dinev Romann

Filip Dinev Romann

Release 19.01.2024

Filip Dinev – guitar
Tilman Oberbeck – bass
Jan Zeimetz – drums

filipdinev.com

Jedes Stück auf „Romann“ wird von einem Live-Video begleitet, das auf Youtube verfügbar ist.

Lebendige Drum-Grooves, düstere, verzerrte Gitarrentöne, raumgreifender Hall, ausgedehnte Harmonien und treibende akustische Basslinien sorgen für einen Sound und eine Energie, die beeindruckend größer sind, als man von einem Dreiergespann erwarten würde. jazzfuel

Romann
Filip Dinev, Jan Zeimetz, Tilman Oberbeck
Romann
by Filip Dinev

Zu John Scofield ist schon alles gesagt, möchte man meinen, der Gitarrist, der sämtliche Stile inhaliert und für sich ehrlich gemacht hat, der Gitarrist, der warme mit liedhaften Momenten verzahnt, der Gitarrist, der Loopings wie virtuose Soli genau so beherrscht wie die Quadratur des Kreises von Joe Pass bis Jim Hall oder Wes Montgomery, der Gitarrist, der zwischen Jazzstandards und Rock wie Blues wie Jazz Fusion alles gespielt hat – der Gitarrist, der, keine Frage, zu den Großen seines Instruments gehört und an dem es kein Vorbeikommen gibt.

Wer kann den Sound aus Out Like A Light von 1981, einmal, zweimal, hundert mal gehört, jemals vergessen. Wer will da nicht in seine Fußstapfen treten. Wer wird, da er den Fußstapfen gefolgt ist, jemals wieder heraustreten und sich emanzipieren. John Scofield ist für viele, so gesehen, eine Megafalle, einmal geblitzt, für immer geblendet – kein Wunder, dass es so viele gibt, die mit ihm um die Wette jammen.

Kein Wunder also, dass es weder ein Amen braucht, noch einen Sockel, dafür umso mehr AH wie OH Rufe – es braucht aber auch Nachwuchs, es braucht die, die sich trauen, die Fußstapfen zu betreten, um trotzdem einen eigenen Schritt zu wagen. Da ist im frühen Scofield viel Stürmisches und Drängendes zu hören, vieles davon hört sich an, als sei die Saite gerissen oder versehentlich verfehlt – ob Absicht oder nicht, es wird zum Markenzeichen. Dieser fehlgezupfte Ton. Den lernst du, dem eigenen Repertoire beizufügen – und?

Filip Dinev ist deutlich spür, hör- und sichtbar der Crossover von Stilmerkmal und Intonation eines John Scofield hin zu einer eigenen und neuen Stimme geglückt, auf seinem zweiten Album wird gezupft, gekratzt und zwischengefunkt, dass es eine Freude ist, aber auch Herausforderung. Es ist nicht die Routine eines vorweg genommenen Country Old Man zu hören, aber eine Menge an eigener Historie und Erfahrung, die Hörgewohnheiten des Balkan gepaart mit leicht Zugänglichem von den Beatles bis zur Schwerstarbeit im gleichen Song Blackbird, gleich auch ein Should be Easy, das sich mit Last Dance duelliert.

Ein Album ist zu hören, das große Erwartungen weckt und keinen anderen Schluss zulässt. Den Namen Filip Dinev wird man sich nichtmal merken müssen, er wird sich festsetzen und noch einiges mehr anbieten im Sinn der eigenen Gitarrensignatur. In Hamburg lebt er, mit Hamburg schließt er sein zweites Album: da hast du, was uns erwartet im Schlusschorus: Hall, Loop und Rückkopplung auf ein und dem selben Instrument.

Sein erstes viel gepriesenes Album Szvetlo eröffnete er mit dem Stück Budapest„Budapest ist eine Stadt mit einer unglaublichen Musikhistorie, nicht nur Franz Liszt und Béla Bartók. Das trägt zum Vibe der Stadt bei. Jeden Tag gibt es irgendwo Konzerte, die umsonst sind oder kleine Clubs, die offene Sessions anbieten.“

Das sagt Dinev über Budapest, wo er nach einjährigem Studium in Mazedonien schließlich aufschlägt und auf Pierre Martin am Schlagzeug und Dani Arday am Bass trifft. Mit ihnen spielt er noch vor seinem Umzug nach Hamburg die Aufnahme Szvetlo ein – in einem kleinen zerfallenen Theater seines Heimatdorfs, ein Erlebnis, das ohne digitale Nachbearbeitung auskommt, der Hall im Sound ist dem Theatersaal zu verdanken – ein Sound, der sich bei ihm festgesetzt hat.

Die neue Aufnahme Romann referenziert auf diese Budapest-, jene Balkan-Blues- oder der stürmischeren Drum-or-Bass-Spielart. Sie wird aber in Tempo und Ausdrucksstärke zur Inversion der eher ruhigen Szvetlo-Einspielung. Das macht in Summe ein vielversprechendes Gesamtpaket zwischen Budapest und Hamburg – und wenn nicht alles täuscht: steht dem Unternehmen Kennzeichnung einer eigenen Gitrarrensignatur nichts im Weg. Mit seinen beiden neuen Partnern, Tilman Oberbeck am Bass und Jan Zeimetz am Schlagzeug hat er auch für Romann ihm entsprechend zugewandte und aufmerksame Partner gefunden. Das weckt Neugier und Begehrlichkeit im Sinn weiterer Aufnahmen im Crossover der Stile zwischen Tradiertem und ihrer Spielfreude und Entdeckungslust.

Wer dem Trio auch visuell begegnen möchte. kann sich sämtliche Aufnahmen von Romann in einzelnen Livemitschnitten auf Youtube ansehen!

Filip Dinev ist ein Gitarrist/Komponist mazedonischer Herkunft, der in Hamburg, lebt. Für sein internationales Debütalbum „Szvetlo“, bei dem er mit dem französischen Schlagzeuger Pierre Martin und dem ungarischen Kontrabassisten Dani Arday zusammenspielt, wurde er beim Jazz Factory Festival als „Bester junger Jazzmusiker für 2020“ ausgezeichnet. Dinev ist bekannt für seinen einzigartigen organischen Touch, seinen Sound, seinen Flow und seinen kompositorischen Ansatz, bei dem er Jazz mit Elementen der Balkan-, Pop- und klassischen Musik vermischt.

Filip Dinev - (c) Maja Argakijeva
Filip Dinev – (c) Maja Argakijeva
Szvetlo
by Filip Dinev
Szvetlo
by Filip Dinev
Out Like a Light
John Scofield
Out Like a Light
John Scofield
Filip Dinev Trio
Filip Dinev Trio

English Version

Vivacious drum grooves, gritty distorted guitar tones, spacious reverbs, extended harmony and propulsive basslines craft a sound and energy impressively larger than one might expect from a three piece. jazzfuel

Everything has already been said about John Scofield, one might think, the guitarist who has inhaled all styles and made them honest for himself, the guitarist who interlocks warm with songlike moments, the guitarist who masters looping and virtuoso solos as well as squaring the circle from Joe Pass to Jim Hall or Wes Montgomery, the guitarist who has played everything from jazz standards and rock to blues and jazz fusion – the guitarist who, without question, is one of the greats of his instrument and who cannot be ignored.

Who can ever forget the sound of Out Like A Light from 1981, heard once, twice, a hundred times? Who wouldn’t want to follow in his footsteps? Who, having followed in his footsteps, will ever step out again and emancipate themselves. John Scofield is a mega-trap for many, once flashed, forever dazzled – no wonder there are so many who want to jam with him.

So it’s no wonder that it needs neither an amen nor a pedestal, but all the more AH like OH calls – but it also needs new generations, it needs those who dare to follow in its footsteps and still dare to take their own step. There is a lot of storminess and urgency to be heard in early Scofield, much of it sounds as if the string was broken or accidentally missed – whether intentionally or not, it becomes a trademark. This misplucked note. You learn to add it to your own repertoire – and?

Filip Dinev has clearly, audibly and visibly succeeded in the crossover from the stylistic features and intonation of John Scofield to his own and new voice; on his second album, he plucks, scratches and intersperses in such a way that it is a joy, but also a challenge. There is not the routine of an anticipated country old man to be heard, but a lot of his own history and experience, the listening habits of the Balkans paired with the easily accessible from the Beatles to the hard labour in the same song Blackbird, and also a Should be Easy that duels with Last Dance.

This is an album that raises great expectations and leaves no room for any other conclusion. You won’t even have to remember the name Filip Dinev, it will stick and offer a lot more in terms of his own guitar signature. He lives in Hamburg and closes his second album with Hamburg: there you have what awaits us in the final chorus: reverb, loop and feedback on one and the same instrument.

He opened his first much-praised album Szvetlo with the piece Budapest – „Budapest is a city with an incredible musical history, not just Franz Liszt and Béla Bartók. That contributes to the vibe of the city. Every day there are concerts somewhere that are free or small clubs that offer open sessions.“

This is what Dinev says about Budapest, where, after a year’s study in Macedonia, he finally sets up and meets Pierre Martin on drums and Dani Arday on bass. He recorded Szvetlo with them before moving to Hamburg – in a small, dilapidated theatre in his home village, an experience that did not require any digital post-processing; the reverberation in the sound is due to the theatre hall – a sound that has stuck with him.

Romann’s new recording references this Budapest, Balkan Blues or stormy Drum-Or-Bass style of playing. In terms of tempo and expressiveness, however, it becomes an inversion of the rather calm Szvetlo recording. All in all, this makes for a promising overall package between Budapest and Hamburg – and if all else fails, nothing stands in the way of his labelling his own guitar signature. With his two new partners, Tilman Oberbeck on bass and Jan Zeimetz on drums, he has also found suitably attentive partners for Romann. This arouses curiosity and desire in the sense of further recordings in the crossover of styles between the traditional and their joy of playing and discovery.

If you would like to encounter the trio visually, you can watch all of Romann’s recordings in individual live recordings on Youtube !

Filip Dinev is a guitarist/composer of Macedonian origin, based in Hamburg, Germany. Awarded as “Best Young Jazz Musician for 2020” at Jazz Factory Festival for his international debut record – “Szvetlo“, featuring French drummer Pierre Martin and Hungarian double-bassist Dani Arday. Dinev is known for his unique organic touch, sound, flow and compositional approach, blending jazz with elements of Balkan, pop and classical music.

Romann
Filip Dinev, Jan Zeimetz, Tilman Oberbeck
Romann
Filip Dinev, Jan Zeimetz, Tilman Oberbeck