Stephen Sondheim Send in the Clowns

Stephen Sondheim Send in the Clowns

Stephen Sondheim Send in the Clowns

The Great American Songbook Stephen Sondheim Send in the Clowns (1944) Wikipedia (english) | Wikipedia (de)

Stephen Sondheim Composer – Stephen Sondheim Lyrics

Send in the Clowns – eine Ballade, geschrieben für das Musical A Little Night Music in Anlehnung an Ingmar Bergmans Film Smiles of a Summer Night und an Mozarts Kleine Nachtmusik. Ein Feld, in dem der Autor dieses Artikels so gar nicht zuhause ist, weder Musical, noch Mozart, noch die Cover-Versionen von Barbra Streisand oder Judy Collins sind im Repertoire des ansonsten von Bebop, NU Jazz oder Contemporary Jazz Begeisterten vorhanden, es tut sich eine Hürde auf, ein neues Feld, das will auch erst begangen sein, wir nähern uns dem vorsichtig an und hören erst einmal Stan Kenton and his Orchestra.

So umkreisen wir einmal mehr die Kitsch-As-Kitsch-Can Nummern, es ist dies der berühmteste Song von Stephen Sondheim, und wer wie ich noch nie im Theater des Westens war, hat an dieser Stelle seinen Hut in den Ring zu werfen und zu schweigen. Wir nehmen die Herausforderung trotzdem an: Etwas zu goutieren, mit dem wir so gar nichts anfangen können – eine Schnulze, eine Ballade, eine Desiree, eine Little Night Music, eine Dreiecksbeziehung, theatralische Bilder und ein Happy End.

Wir trösten uns damit, dass das Musical von Ingmar Bergmanns Film Smiles of a Summer Night inspiriert ist, eine Schwarzweiß-Filmkomödie aus 1955 – allein, das hilft nicht. Auch dort Dreiecksgeschichten, Eifersüchteleien und Begehrlichkeiten, weil der alternde Frederik zynisch ist und aber in betrügerischer Absicht zu Desiree ins Theater zurückkehrt, auf dem Weg dorthin fällt er in eine Pfütze. Bitte. Wem es gefällt.

Die Ingmar Bergmann Verfilmung wiederum bietet Verankerungen in Schnitzler und Strindberg an und nimmt sogar Bezug auf den Sommernachtstraum von Shakespeare – nun – das steht so in Wikipedia, und ist noch nicht, was uns umtreibt.

Wir fragen: ist Send in the Clowns überhaupt ein Song aus dem Great American Songbook (da aus dem Jahr 1973) Das Songbook soll ja von 1920 bis 1960 Gültigkeit haben) Wir suchen in jazzstandards.com und siehe da: er ist zwar aufgeführt, aber ohne Hörbeispiele und ohne Text. Wir weichen auf den englischen Wikipedia Artikel aus. Ein ausführlicher Artikel und bitte, wer will – es lohnt sich (wieder nicht).

Wikipedia Send in the Clowns

Nun denn, lassen wir die Geschichte. Und setzen nun alles auf die Musik. Holy, Holy, das wird schwierig. Wir hören noch immer Stan Kenton. Haben gelesen, dass Sondheim zu den musikalisch anspruchsvollsten Musicalkomponisten überhaupt zählt, wir wissen inzwischen, dass er die Texte zu Leonard Bernsteins West Side Story beigesteuert hat, auch zu Gypsy und Jule Styne.

Wikipedia Stephen Sondheim

Wir sehen: GSUS4, CMaj9 und Cmaj9#11, Schema: I, II, V in Teil B um einen Ganzton angehoben, wieder I und V aufgelöst in II IV zurück auf C – verspielte Tonleiter. Wir kennen sie: die Akkorde, von Joe Pass. Hör es dir an:

Stan Kenton 1991

Stan Kenton Send in the Clowns

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Frank Sinatra 1973

Frank Sinatzra Send In The Clowns

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Barbra Streisand 1985

Barbra Streisand Send in the Clowns

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Judy Collins 1975

Judy Collins 1975

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Shirley Bassy 1975

Shirley Bessy Send In The Clowns

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Grace Jones – 1977

Grace Jones Send In The Clowns

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Die Spannweite zwischen überwiegend werkgetreu bis zur eigenwilligen Nabelschau bis zur völligen Auflösung des Songs, es bleibt der eine Satz, Send in The Clowns, wie bei der Version von Cold, die ich nicht verlinke, da es vermutlich nicht mal einen Bezug zum Original gibt, und spricht man so etwas aus, gibt es plötzlich in jeder Silbe Bezüge, wer weiß. Eine vorwärtstreibende im Sinn eines Beat angesetzte Jazz-Interpretation finde ich kaum.

Abgesehen von Ted Green’s Version von 1977 in gewohnter Finger-Style Manier. Auch Greene’s Interpretation ist werkgetreu. Es sind die ersten drei Akkorde inklusive Melodieverlauf – kaum ein Entkommen. Einen Song im Up-Tempo findest du schlichtweg nicht. Selbst bei Wollny und Lindgren auf der ACT Family Band The Jubilee Concert hört es sich nach Cognac an. Wenn ich das hier so bedenke, hole ich meinen Käfer aus der Garage und fahre zu Muttern ans Grab. [Sie nannte ihre Tochter Desiree]

Sarah Vaughan 1981

Sarah Vaughan Send In The Clowns

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Bryan Ferry 2014

Bryan Ferry Send In The Clowns

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Gleich auch die Frage, ab wann beginnt die Grenze zum Schamlosen. Ich würde Stephen Sondheim zu neuem Leben erwecken, sollte ich das über diesen Song sagen, was ich wirklich in ihm höre. Es geht haarscharf ans Herz vorbei, man wünscht sich ein zweites, das man ihm schenkt. Kinderchorversionen habe ich vernommen. Und Saxophonschickeria, selbst Acker Bilk will mir weiß machen, dass das, was ist, eben nicht ist. Sogar Boy George mit Hut und wie Diana Rouvas ihn anhimmelt – schön ist eben schön, wenn die anderen zu seufzen, zu träumen, zu verzweifeln und zu schmelzen beginnen. Veralbert wird der Song auch – suchen Sie gerne selbst …

Great American Songbook – Stephen Sondheim Send in the Clowns

Stan Kenton | Pat Martino| Bryan Ferry

Der Diskograf Tom Lord listete ab 1973 – beginnend mit Cleo Laine (Live!!! At Carnegie Hall) – insgesamt 227 Versionen des Songs im Jazz.

Frank Sinatra 1973 | Pat Martino Cream – 1997 – will be together again 1976 | George BensonGuitar Man (2011) |

Send In The Clowns (Remastered 2003)
Carmen McRae, Shirley Horn
Send In The Clowns (Remastered 2003)
Carmen McRae, Shirley Horn

Carmen McRaeLive at Bubba’s 1998 | Send in the Clowns
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Send In The Clowns
Bobo Stenson, Anders Jormin, Paul Motian
Send In The Clowns
Bobo Stenson, Anders Jormin, Paul Motian

Bobo Stenson (Goodbye, 2005)| Send in the Clowns
Wikipedia

Send in the Clown
Jørn Øien Trio
Send in the Clown
Jørn Øien Trio

Jørn Øien Trio Digging in The Dark 2010 Send in the Clowns
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Send In The Clowns
Ted Greene
Send In The Clowns
Ted Greene

Ted Greene 1977 Solo Giutar Send in the Clowns
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The Chicago Trombone Consort – Live! – Sondheim – „Send in the Clowns“

The Chicago Trombone Consort 
Live at DePaul Concert Hall

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2015 Cavaliers Indoor Percussion – ein Gefühl für Überinszeniertes … ab 5:30 hast du Send in The Clowns

2015 Cavaliers Indoor Percussion - ein Gefühl für Überinszeniertes ... ab 5:30 hast du Send in The Clowns

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Sondheim teaches Send In The Clowns 2007

Sondheim teaches Send In The Clowns 2007

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Send in the Clowns tidal

I Should Care TIDAL Playlist

Stephen Sondheim Send in the Clowns – Great American Songbook

Stephen Sondheim Send in the Clowns

Stephen Sondheim Send in the Clowns


English Version

Send in the Clowns – a ballad written for the musical A Little Night Music in reference to Ingmar Bergman’s film Smiles of a Summer Night and to Mozart’s Kleine Nachtmusik. A field in which the author of this article is not at all at home, neither musicals, nor Mozart, nor the cover versions of Barbra Streisand or Judy Collins are present in the repertoire of the otherwise bebop, NU Jazz or Contemporary Jazz enthusiast, a hurdle opens up, a new field, that also wants to be first walked, we approach it carefully and first listen to Stan Kenton and his Orchestra.

So once again we circle around the Kitsch-As-Kitsch-Can numbers, this is the most famous song by Stephen Sondheim, and those who, like me, have never been to the Theater des Westens, have to throw their hat into the ring at this point and remain silent. We accept the challenge anyway: to appreciate something we can do absolutely nothing with – a tearjerker, a ballad, a Desiree, a Little Night Music, a love triangle, theatrical imagery and a happy ending.

We console ourselves with the fact that the musical is inspired by Ingmar Bergmann’s film Smiles of a Summer Night, a black and white film comedy from 1955 – alone, that doesn’t help either. There, too, love triangles, love bumps and jealousies and covetousness, because the aging Frederik is cynical and but with deceitful intent returns to Desiree to the theater, on the way he falls into a puddle. So, please. Whoever likes it.

The Ingmar Bergmann film version, on the other hand, offers anchors in Schnitzler and Strindberg, and even references Shakespeare’s A Midsummer Night’s Dream – well – that’s what Wikipedia says, and is not yet what we’re concerned with.

We wonder, is Send in the Clowns even a song from the Great American Songbook (since from 1973) The songbook is supposed to be valid from 1920 to 1960) We search jazzstandards.com and lo and behold, it is listed, but with no audio samples and no lyrics. It remains for us to turn to the English Wikipedia article. A detailed article and please, who wants – it’s worth it (again not).

Act Two begins days later, and Desirée realizes that she truly loves Fredrik. She tells Fredrik that he needs to be rescued from his marriage, and she proposes to him. Fredrik explains to Desirée that he has been swept off the ground and is „in the air“ in love with his beautiful, young wife, and apologizes for having misled her.

Wikipedia Send in the Clowns
Well then, let’s leave the story. And now put everything on the music. Holy, Holy, this is going to be difficult. We are still listening to Stan Kenton. We have read that Sondheim is one of the most musically demanding musical composers ever, we know by now that he contributed the lyrics to Leonard Bernstein’s West Side Story, also to Gypsy and Jule Styne.

A typical feature of his style is to arrange complex musical structures so cleverly that they are not even noticeable to an inexperienced listener. He had a preference for complicated harmonies and melodies, which not infrequently even take on polyphonic forms (…) He named Bach as his model. (He once claimed to have heard nothing else).

Wikipedia Stephen Sondheim
We see GSUS4, CMaj9 and Cmaj9#11, scheme: I, II, V in part B raised by a whole tone, again I and V resolved in II IV back to C – playful scale. We know them: the chords, by Joe Pass. Now listen to it:

The range as always between mostly faithful to the work to idiosyncratic navel-gazing to the complete disintegration of the song and only the one phrase remains, Send in The Clowns, as in the version of Cold, which I do not link here because I suspect that there is not even a reference to the original, who knows. I can hardly find a jazz interpretation that is really propulsive or set in the sense of a beat.

Except for Ted Green’s 1977 version in his usual finger-style manner. But Greene’s interpretation is also very true to the work. It’s the first three chords including the melody line – there is hardly an escape possible. You simply won’t find a song in up-tempo. Even with Wollny and Lindgren on the ACT Family Band The Jubilee Concert, it sounds like fireplace and cognac. As I continue to think about this, I’m going to get my Beetle out of the garage and go to my mother’s grave. [She named her daughter Desiree.]

The question also arises immediately, at what point does the border to the shameless actually begin. I would probably revive Stephen Sondheim, should I succumb to the temptation to say about this song what I really see or hear in it. It misses the heart by such a hair’s breadth, you wish you had a second one to give it. Children’s choir versions I’ve heard. Saxophone chic, even Acker Bilk wants to make me know that what is, just isn’t. Even Boy George with hat and how Diana Rouvas adores him – well, beautiful is just beautiful, when the others start to sigh, to dream, to despair and to melt. The song is also stultified – please search for yourself …

Änderungen: sämtliche Youtube-Link-Bilder ausgetauscht gegen „echte“ Links – Noten rausgenommen, Titelbild geändert, alle Briefmarken auf Label verlinkt – leichte Schleifungen im Text. Wikipedia-Zitate rausgenommen und nur die Verlinkung stehengelassen (er wird trotzdem schlichtweg nicht indexiert.)

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