Dinesen Christensen Sonne Moonlight Drive

Dinesen Christensen Sonne Moonlight Drive

Dinesen Christensen Sonne Moonlight Drive

Release Date: 08.09.2023
Jakob Dinesen – Saxophone
Anders Christensen  – Bass
Laust Sonne  – Drums

“Ingrid weiß viel zu erzählen”

April Records

Jakob Dinesen, Anders Christensen und Laust Sonne sind drei Schwergewichte der dänischen Musikszene, die durch ihre umfassende Herangehensweise an das Musikmachen miteinander verbunden sind. In ihrer Karriere haben sie mit bekannten Namen des zeitgenössischen Jazz wie Aaron Parks und Kurt Rosenwinkel, der Afrobeat-Legende Tony Allen, der beliebten dänischen Stadionrockband D-A-D und allem, was dazwischen liegt, zusammengearbeitet.”

Dinesen Christensen Sonne Moonlight Drive

Dinesen Christensen Sonne Moonlight Drive

Der faszinierende Sound von Moonlight Drive ist eine Mischung aus skandinavischem Jazz, Avantgarde, Kammermusik und Rock’n’Roll und trennt die Essenz des Jazz von seinen Klischees und Idiomen, um etwas wirklich Neues zu schaffen. Der entspannte, einfache und doch völlig eindringliche Spielstil des Ensembles ist voller Groove, lyrischer Melodien, reicher Harmonien und Texturen, und das alles ohne ein Harmonieinstrument wie Klavier oder Gitarre.
[via Bandcamp]

Ingrid weiß viel zu erzählen. Ingrid ist für Anders Christensen die geliebte Großmutter, was ein Zufall, wenn Liner Notes mit eigenen Erzählungen und Umständen zusammentreffen, umso interessanter, als es einen adäquaten Song dazu gibt mit melancholischem Grundton, der sämtliche Höhen und Tiefen einer ihre Lebenserfahrungen mitteilenden Frau transportiert, sie hat so viel gesehen und erlebt, das will sie bei jeder Gelegenheit mitteilen, in meinem Umfeld ist Ingrid eine 86 jährige Mutter Großmutter Witwe. Ingrid weiß viel zu erzählen. Untröstliches, Aufwühlendes, Lustiges, Aufregendes, viele Abende, viele Geschichten.

Schon geht es mit Tempo ins Blue Ace, ein meisterlich vorgetragener Bebop in hohem Tempo mit technisch höchstem Anspruch, Laust Sonne wirbelt am Schlagzeug ins Solo, Saxophon übernimmt, Bass führt, sehr kompakt.

Aveny T ist Laust Sonnes musikalische Reminiszenz an eine Aufführung im gleichnamigen Theater in Kopenhagen. Es beginnt gemächlich und treibt im Crescendo auf die Bühne. In der folgenden Ballade Yahya wird intensiv an den dänischen Dichter Yahya Hassan erinnert, der viel zu früh verstorben ist. In Slacker, was der Faulenzer ist, erleben wir einen offenbar Aufgescheuchten, der sich kurz erregt, aber nicht weiter gestört werden will. In Dino Min Dino dagegen wird die Unruhe in kurze freitonale Expressivität überführt, findet aber ebenso zur selbst-eigenen Ruhe.

Das Titelstück Moonlight Drive hat es in sich – ein zweites Saxophon ertönt, es wird gewettert, gegenübergestellt, sich widersprochen, übereinander hergezogen, Bass und Schlagzeug steigern die dramatische Entwicklung, das Tenorsaxophon übertönt das Sopransaxophon, im Schlussdrittel des Stücks scheinen sie sich versöhnt zu haben. Fela wird zum faszinierenden Duell zwischen Trommel- und Saxophonwirbel. Im Schlussstück New Beginning haben wir es den Liner Notes nach mit einer Ode an die Freundschaft zu tun, gemeint ist die Freundschaft der drei Musiker untereinander, die sich schon über viele Jahre kennen und nicht müde werden voreinander, sich im Gegenteil noch immer vorzüglich ergänzen.

Du hörst einen dichten und ausgefeilten Chamberjazz, vorgetragen von drei Schwergewichten der dänischen Jazzszene, ja Meister ihres Handwerks sind sie und haben keine Berührungsängste mit anderen Musiksparten, es tänzelt, es treibt, es zuckt und zieht und wuchtet, das alles kommt ohne elektrischen Subwoover oder Bums daher, ihre Arbeit lässt sich sehr schön abgleichen mit der Aufnahme Blessings von 2021, Melodieführung, Harmoniegerüst und Spielstil sind dir bald vertraut und lassen in jeder Minute die Spannung spüren, die sich ergibt, wenn du zwischen laut leise, innig explosiv oder gepresst gefächert, langsam schnell und innerhalb dieser Tempi nochmal zwischen gebremst beschleunigt zu changieren verstehst.

Kammermusik, Beat und Rock n Roll, intensive Auseinandersetzungen, die Zeit, die Themen, die Biografien, die Absichten, all das scheint ebenso dringlich und verinnerlicht, drei Musiker aus Dänemark beweisen einmal mehr, dass Kopenhagen zum Zentrum der europäischen Jazzszene gehört, und das feine Label April Records aus Kopenhagen sorgt dafür, dass wir europaweit daran teilhaben dürfen.

Nicht nur Ingrid weiß viel zu erzählen, die Geschichten und Erzählungen setzen sich fort, und so wie Dinesen Christensen Sonne in Moonlight Drive ihre Anliegen vortragen, können sich bei Konzerten und Auftritten so einige begeistert Zuhörende begegnen und Ingrid-Geschichten mitbringen.

Aus den Liner Notes zu Blessings:

LAUST SONNE ist seit über 20 Jahren Schlagzeuger der populären dänischen Rockband D-A-D. Außerdem spielte er Schlagzeug in der Avant-Jazz-Rockband Bugpowder. Er wurde 2007 mit dem renommierten dänischen Musikpreis Ken Gudman Prisen ausgezeichnet.

ANDERS “AC” CHRISTENSEN war Mitglied im Ensemble von Paul Motian und spielte in der Band der polnischen Jazzlegende Tomasz Stańko. In Dänemark hat er über 25 Jahre lang mit den Gebrüdern Hess in Spacelab gespielt. 2009 nahm er sein bisher einziges Soloalbum “Dear Someone” auf (2009 mit Aaron Parks und Paul Motian).

JAKOB DINESEN hat eine Reihe von Alben unter seinem Namen aufgenommen (u.a. One Kiss Too Many 2007, Dino 2009, Yasmin 2014, Unconditional Love 2022) und wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Er hat mit Paul Motian, Kurt Rosenwinkel, Eddie Gomez, Ben Street, Tony Allen, Nasheet Waits und Steve Swallow gespielt. Außerdem war er Mitglied der renommierten dänischen Jazzgruppen Hugo Rasmussen Allstarz und Beautiful Day und hat mit Thomas Blachman, Thomas Helmig und Lars H.U.G. gespielt.

In ihren jüngeren Jahren trafen sie sich oft und spielten bei nächtlichen Jams und Gigs auf Partys.

Dinesen Christensen Sonne Moonlight Drive
Blessings
by Jakob Dinesen/Anders Christensen/Laust Sonne

Moonlight Drive & Blessings by Jakob Dinesen Anders Christensen Laust Sonne

View of Tomorrow
World Citizen Band

Jakob Dinesen Anders Christensen Laust Sonne Copenhagen, Denmark

Dinesen Christensen Sonne Moonlight Drive – english version

Jakob Dinesen, Anders Christensen and Laust Sonne are three heavyweights of Danish music, united by their all-embracing approach to music making. Their careers have seen them involved with household names of contemporary jazz including Aaron Parks and Kurt Rosenwinkel, afrobeat legend Tony Allen, popular Danish stadium rock band D-A-D and everything in between.
A coming together of Scandinavian jazz, the avant-garde, chamber music, and rock and roll, Moonlight Drive’s intriguing sound separates the essence of what jazz is from its cliché’s and idioms to create something truly different. The ensemble’s laid back, simplistic, and yet completely immersive playing style is full of groove, lyrical melody, rich harmony, and texture, all without the inclusion of a harmony instrument such as the piano or guitar.

Ingrid knows a lot to tell. Ingrid is Anders Christensen’s beloved grandmother, what a coincidence when liner notes coincide with one’s own stories and circumstances, all the more interesting because there is an appropriate song with a melancholic undertone that conveys all the ups and downs of a woman sharing her life experiences, she has seen and experienced so much, she wants to share that at every opportunity, in my environment Ingrid is an 86-year-old mother and grandmother widow. Ingrid knows a lot to tell. Inconsolable, upsetting, funny, exciting, many evenings, many stories.

It’s already off to Blue Ace at speed, a masterfully performed bebop at high tempo with the highest technical demands, Laust Sonne swirls into the solo on drums, saxophone takes over, bass leads, very compact.

Aveny T is Laust Sonne’s musical reminiscence of a performance in the theatre of the same name in Copenhagen. It begins leisurely and drifts onto the stage in a crescendo. In the ballad Yahya that follows, there is an intense reminiscence of the Danish poet Yahya Hassan, who died far too early. In Slacker, which is the Lazy Loafer, we experience an obviously agitated person who gets briefly excited but does not want to be disturbed further. In Dino Min Dino, on the other hand, the agitation is transformed into brief free-tonal expressiveness, but equally finds its way to its own self-effacing calm.

The title track Moonlight Drive has it all – a second saxophone is heard, there is raging, confrontation, contradiction, pulling each other over, bass and drums increase the dramatic development, the tenor saxophone drowns out the soprano saxophone, in the final third of the piece they seem to have reconciled. Fela becomes a fascinating duel between drum and saxophone roll. According to the liner notes, the final piece, New Beginning, is an ode to friendship, meaning the friendship of the three musicians, who have known each other for many years and never been tired of each other, on the contrary, they still complement each other excellently.

You hear a dense and sophisticated chamber jazz, performed by three heavyweights of the Danish jazz scene, they are masters of their craft and have no fear of contact with other musical genres, it dances, it drives, it twitches and pulls and heaves, and all this comes without electric subwoofer or bang, Their work can be compared very nicely with Blessings‘ recording from 2021, melody, harmonic structure and playing style are soon familiar to you and let you feel the tension in every minute that arises when you know how to alternate between loud and quiet, intimately explosive or pressed, slow and fast, and within these tempos again between slowed and accelerated.

Chamber music, beat and rock n roll, intense confrontations, the time, the themes, the biographies, the intentions, all this seems equally urgent and internalised, three musicians from Denmark prove once again that Copenhagen belongs to the centre of the European jazz scene, and the fine label April Records from Copenhagen makes sure that we are allowed to participate in it all over Europe.

Not only Ingrid knows a lot to tell, the stories and narratives continue, and just as Dinesen Christensen Sonne in Moonlight Drive present their concerns, some enthusiastic listeners may meet each other at concerts and gigs and bring back Ingrid stories.

From the liner notes to Blessings:

LAUST SONNE has been the drummer in the popular Danish rock band D-A-D for over 20 years. He has also played drums in the avant-jazz rock band Bugpowder. He was awarded the prestigious Danish music prize Ken Gudman Prisen in 2007.

ANDERS “AC” CHRISTENSEN was a member of Paul Motian’s ensemble and played in the band of Polish jazz legend Tomasz Stańko. In Denmark, he played with the Hess brothers in Spacelab for over 25 years. In 2009 he recorded his only solo album to date, “Dear Someone” (2009 with Aaron Parks and Paul Motian).

JAKOB DINESEN has recorded a number of albums under his name (including One Kiss Too Many 2007, Dino 2009, Yasmin 2014, Unconditional Love 2022) and has won several awards. He has played with Paul Motian, Kurt Rosenwinkel, Eddie Gomez, Ben Street, Tony Allen, Nasheet Waits and Steve Swallow. He has also been a member of the renowned Danish jazz groups Hugo Rasmussen Allstarz and Beautiful Day and has played with Thomas Blachman, Thomas Helmig and Lars H.U.G.

In their younger years, they often met and played at night jams and gigs at parties.

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